26. März 2021, 20:22 Uhr

Großes Interesse an Corona-Modellprojekten

26. März 2021, 20:22 Uhr
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Von DPA
Shoppen mit negativem Corona-Test: Das ist Bestandteil des Konzepts vieler Kommunen, die sich für das Modellprojekt beworben haben. FOTO: DPA

- Erst testen, dann shoppen oder ins Lokal: Zahlreiche hessische Kommunen wollen als Modellregion pragmatische Öffnungsmöglichkeiten für Handel, Gastronomie oder Veranstaltungen in der Pandemie erproben. Gleich mehrere Städte und Kreise haben beim Land Interesse bekundet und sich beworben. Man wolle mitmachen, »weil der Einzelhandel darniederliegt und wir ihn dringend wiederbeleben müssen«, begründete etwa Büdingens Bürgermeister Erich Spamer (Freie Wähler) die Pläne.

Bund und Länder hatten beim jüngsten Corona-Gipfel beschlossen, dass die Länder in ausgewählten Regionen unter bestimmten Bedingungen zeitlich befristete Modellprojekte starten können. Auch in Hessen soll erprobt werden, wie sich eine teilweise Öffnung des öffentlichen Lebens in Städten oder Regionen mit niedrigen Inzidenzen und verbunden mit einem Testkonzept auf die Infektionszahlen auswirkt.

Vorbild ist die Stadt Tübingen in Baden-Württemberg mit ihrem Öffnungsmodell, zu dem tagesaktuelle Corona-Schnelltests gehören, die dann zum Beispiel für eine gewisse Zeit Shopping ermöglichen. Das Saarland plant Ähnliches - sogar landesweit. Ob, wo und was in Hessen als Modellregion möglich ist, das wollte das Land am Freitag mit den kommunalen Spitzenverbänden besprechen.

Die Bewerber-Kommunen haben verschiedene Ideen, mit denen sie Öffnungsschritte mitten in der Pandemie wagen wollen. Kern dabei: aktuelle Corona-Schnelltests. Auch das Wetterau-Städtchen Büdingen plant damit. Fällt der Test negativ aus, gibt es eine Bescheinigung, mit der dann in den folgenden 24 Stunden Einkaufen möglich ist.

Man müsse »dringend Perspektiven bieten«, sagte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Hessens größte Stadt plant laut einer Mitteilung ein Modellprojekt »unter der Federführung des Gesundheitsamtes und mit wissenschaftlicher Begleitung in ausgewählten Kultur-, Veranstaltungs- und Gastronomiebetrieben in einem begrenzten Gebiet«. Kultur und Veranstaltungen könnten dort wieder stattfinden - »mit den üblichen derzeit geltenden Hygienestandards, mit negativen Schnelltests beim Eintritt und digitaler Kontaktpersonennachverfolgung«.

Auch in Bad Homburg stieß das Tübinger Modell »auf große Gegenliebe«, wie ein Sprecher sagte. Nicht alle Details seien in der Bewerbung schon ausgearbeitet, aber die Stadt wolle »so schnell wie möglich« nach Ostern loslegen. Das Tübinger Modell habe zwei große Vorteile, sagte der Sprecher: Wenn man viel teste, finde man auch Infizierte ohne Symptome, damit schütze man die Bevölkerung.

Der Main-Kinzig-Kreis bereitet für die Umsetzung von Modellprojekten in Hanau und Bad Soden-Salmünster eine Bewerbung vor. Wenn die Landesregierung grünes Licht gebe, wolle man gemeinsam loslegen, hieß es. »Wir haben nicht nur den Willen, sondern auch die digitale Lösung schon in der Umsetzung und sind damit in der Lage, auch kurzfristig starten zu können.«

Auch Fulda will Modellregion für eine Öffnungsstrategie werden, die insbesondere dem innerstädtischen Handel und der Gastronomie Perspektiven in der Corona-Pandemie eröffnen soll, wie die Stadt mitteilte. »Eine solche Bewerbung ist eine gute Chance, den durch die Corona-Krise gebeutelten Branchen in der Innenstadt eine echte Perspektive auf Öffnungen zu geben und gleichzeitig ein Höchstmaß an Gesundheitsschutz und Nachverfolgbarkeit zu gewährleisten«, erläuterte Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld (CDU). Das Projekt solle wissenschaftlich begleitet werden.

Darmstadt hofft ebenfalls auf einen Status als Modellregion: »Das Ziel dabei ist klar: Wir müssen lernen, mit der Pandemie zu leben und mit einer neuen Normalität auch wieder alle gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereiche aus der Krise herausführen«, teilte Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) mit.

Zu den Interessenten gehören unter anderem auch Alsfeld, Bad Nauheim, der Vogelsbergkreis, Wiesbaden, Offenbach oder Ginsheim-Gustavsburg. In Nordhessen hofft Willingen auf Impulse für den Tourismus. dpa



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