02. Mai 2021, 18:31 Uhr

Gewalt bei linker Mai-Demo

02. Mai 2021, 18:31 Uhr
Zu massiven Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten ist es auf der »Revolutionären 1. Mai Demo« in Frankfurt gekommen. Andernorts verliefen die Demonstrationen friedlich. FOTO: DPA

- Bei einer Mai-Demonstration linker Gruppen in Frankfurt ist es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Teilnehmern gekommen. Mehrere Beamte seien verletzt worden, teilte die Polizei mit. Mindestens zwei Demonstranten mussten am Samstagabend notärztlich versorgt werden. Über Twitter bestritt die Einsatzleitung Vorwürfe, dass Einsatzkräfte dafür verantwortlich gewesen seien. Ein Sprecher erklärte, dass es sich um medizinische Notfälle bei zwei Männern gehandelt habe. Genauere Angaben zu dem Einsatz wollte die Polizei am Sonntag nicht machen und verwies auf eine Mitteilung, die an diesem Montag veröffentlicht werden soll.

Aus dem Demonstrationszug seien Feuerwerkskörper und Nebeltöpfe geworfen worden, berichtete ein Polizeisprecher am Samstagabend. Auch seien Beamte mit Flaschen und Steinen angegriffen worden. Außerdem seien Einsatzkräfte unter anderem durch »gezielte Stöße mit Fahnenstangen von unten hinter das Helmvisier« attackiert worden. Es habe daher Festnahmen gegeben. Später wurde auch ein Wasserwerfer eingesetzt, um eine Sitzblockade einer Gruppe mit 20 Menschen aufzulösen, nachdem die Polizei die Versammlung wegen des unfriedlichen Verlaufs per Lautsprecherdurchsagen für beendet erklärt hatte.

Die Polizei sprach von mindestens 3000 Menschen, die sich zu einem »Tag der Wut« zunächst auf dem Opernplatz versammelt hatten und dann durch das Bahnhofsviertel gezogen waren. Laut Augenzeugen waren nahezu alle Teilnehmenden vermummt und zunächst bemüht, die Corona-Regeln einzuhalten. Im Internet war auch zum »revolutionären 1. Mai« aufgerufen worden. Die Veranstalter hatten den Behörden ursprünglich rund 500 Teilnehmer angekündigt.

In zahlreichen anderen Städten demonstrierten Tausende Menschen am Samstag für gerechte Löhne und eine solidarische Bewältigung der Corona-Krise. Für den gesamten Bezirk Hessen-Thüringen berichtete der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) von 36 Veranstaltungen, darunter in Kassel, Hanau, Fulda und Offenbach. Am Nachmittag gab es dann noch eine bundesweite Online-Veranstaltung.

Hessens DGB-Chef Michael Rudolph verlangte in seiner Rede unter anderem ein höheres Kurzarbeitergeld von mindestens 1200 Euro sowie die Abschaffung geringfügiger und befristeter Arbeitsverhältnisse. Von der schwarz-grünen Landesregierung forderte der Gewerkschafter ein Konzept, die hessische Industrie sozial und ökologisch nachhaltig zu verändern und Beschäftigung zu sichern. Die IG Metall setzte sich für eine Angleichung der Tarifbedingungen in Ost und West sowie für mehr Ausbildungsaktivitäten ein.

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