21. April 2021, 20:52 Uhr

Getunten Pedelecs auf der Spur

21. April 2021, 20:52 Uhr
Eine Fahrradstaffel der Polizei im vergangenen Sommer auf dem Alleenring. FOTO: PETER JÜLICH

›Frankfurt - Die Frankfurter Polizei wird künftig dauerhaft auf eine eigene Fahrradstaffel setzen. Das gab Polizeipräsident Gerhard Bereswill kürzlich nach Ablauf eines entsprechenden Pilotprojekts bekannt: »Die erste Fahrradstaffel der hessischen Polizei hat sich bewährt.« Daher werde die spezialisierte Einheit nun fester Bestandteil der Frankfurter Polizei sein. Damit will die Polizei der stetig steigenden Zahl an Radelnden in der Stadt Rechnung tragen. Laut Technischer Universität Dresden stieg der Anteil der Frankfurter, die Fahrrad fahren, von 8,3 Prozent im Jahr 2003 auf 19,8 Prozent im Jahr 2018.

11 111 Kilometer

Anfang Februar 2020 hatten eine Polizeibeamtin und fünf Polizeibeamte ihren Dienst bei der Fahrradstaffel der Frankfurter Polizei im wahrsten Sinne des Wortes angetreten. Mittlerweile hätten sie zusammen 11 111 Kilometer zurückgelegt und dabei mehr als 7800 Ordnungswidrigkeiten geahndet. Dazu hat das radelnde halbe Dutzend über 100 Strafanzeigen aufgenommen und mehr als 210 Fahrzeuge abschleppen lassen.

Erik Hessenmüller, Leiter der Direktion für Verkehrssicherheit, benennt die Vorteile der Fahrradstaffel: »Dadurch, dass die Polizistinnen und Polizisten mit dem Zweirad unterwegs sind, nehmen sie den Blickwinkel der schwächeren Verkehrsteilnehmer ein.« Die Fahrradstaffel hat dabei auch einen anderen Arbeitsschwerpunkt als die Polizei im Dienstwagen: falsch geparkte Autos, die andere im Straßenverkehr behindern oder gar gefährden, Menschen, die trotz roter Ampel die Straße zu Fuß oder mit dem Rad überqueren. Auch auf dem E-Scooter wurden laut Polizei nicht immer alle Regeln beachtet, vor allem Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz hat die Fahrradstaffel häufig festgestellt. Auch Pedelecs gerieten in das Visier der neuen Einheit. Es habe sich gezeigt, dass Tuning zwischenzeitlich auch bei motorisierten Zweirädern in Mode kommt.

Carsten Kehr, Leiter der Fahrradstaffel, findet, jeder Unfall auf Frankfurts Straßen sei einer zu viel. »Unser Ziel ist es nach wie vor, mithilfe präventiver Gespräche und konsequenten Ahndens von Verstößen in Frankfurt die Sicherheit im Straßenverkehr nachhaltig zu steigern«, so Kehr.

Rat eingeholt

Bundesweit gab es Streifen auf zwei Rädern zuvor nur in Berlin, Hamburg und Leipzig. Bei den drei Städten holte sich die Frankfurter Polizei auch Ratschläge, als sie mit dem hessenweit ersten derartigen Projekt begann. In den Stadtteilen Innenstadt, Nordend und Westend ist die Wahrscheinlichkeit, auf eine Fahrradstaffel zu treffen, besonders hoch. Dort ist der Bedarf für Kontrollen laut Polizei am größten. Die Stadtpolizei verfügt bereits seit geraumer Zeit über Fahrradstaffeln. Diese dürfen aber ausschließlich den ruhenden Verkehr kontrollieren. Oliver Teutsch

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