04. Juni 2021, 21:05 Uhr

Freier Himmel regt Fantasie an

04. Juni 2021, 21:05 Uhr
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Aus der Redaktion
Wegen des zurückgegangenen Flugverkehrs werden Bewegungen am Himmel stärker wahrgenommen. ARCHIVFOTO: DPA

Beim Blick in den Himmel sind manche Menschen in der Corona-Pandemie offenbar sensibler geworden. Das Centrale Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (CENAP) in Hessen registriert seit geraumer Zeit zunehmend Anrufer, die sich irritiert über Hubschrauber oder Flugzeuge am Himmel zeigen. »Auffällig sind dabei die Schilderungen der Menschen am Telefon. Einerseits sprechen ihre Beschreibungen klar für Flugzeuge oder Helikopter. Auf der anderen Seite können viele Anrufer diese Beobachtungen nicht eindeutig einordnen«, sagte Hansjürgen Köhler von CENAP.

Köhler zufolge gab es in den vergangenen Monaten ein verstärktes Aufkommen von Meldungen über die Hotline der Meldestelle. Es deute sich an, dass sich bei manchen Bürgern in der Pandemie offenbar die Wahrnehmung von Flugobjekten verändert hat. Dies sei zu Beginn der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr bei den Anfragen noch nicht ins Gewicht gefallen. »Aber jetzt, nach über einem Jahr mit geringeren Flugbewegungen in Deutschland, ist die Zunahme solcher Meldungen auffällig«, so Köhler.

CENAP hat seinen Sitz im hessischen Odenwald und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Berichte über Himmelsphänomene zu prüfen. So setzt sich die 1976 in Mannheim gegründete Einrichtung etwa kritisch mit Berichten angeblicher Ufo-Sichtungen auseinander. Normalerweise melden sich bei Köhler beispielsweise Menschen, die sich über Helium-Ballons mit LED-Beleuchtung, Sternschnuppen oder leuchtende Modellflugzeuge wundern und in Erfahrung bringen möchten, worum es sich dabei handelt.

Wie bei CENAP, so geht man auch bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) in Langen davon aus, dass wegen des deutlich zurückgegangenen Flugverkehrs die verbliebenen Bewegungen am Himmel stärker wahrgenommen werden. Einer Sprecherin zufolge rufen aber auch bei der DFS immer wieder Menschen wegen Sichtungen an, bei denen es sich wahrscheinlich um Starlink-Satelliten der privaten US-Raumfahrtfirma SpaceX handelt. Manche hätten etwa die Vermutung geäußert, es handle sich um »Überführungsflüge von Corona-Kranken«, militärische Formationsflüge oder unbekannte Flugobjekte, also Ufos, teilte die Unternehmenssprecherin mit. Stephen Wolf



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