Hessen

Fortschritte bei »NSU 2.0«-Ermittlungen

Frankfurt/Berlin - Der Verdacht, dass ein in Haft sitzender Berliner für die rassistischen Morddrohungen unter dem Kürzel »NSU 2.0« verantwortlich ist, soll sich durch Ermittlungen erhärtet haben. Die »Süddeutsche Zeitung« berichtete ohne Angabe von Quellen, auf beschlagnahmten Computern, Festplatten und USB-Sticks des 53-jährigen Verdächtigen seien Dateien gefunden worden, die den Drohschreiben ähnelten. Die Fachleute des hessischen Landeskriminalamts hätten einen Teil der verschlüsselten Datenträger knacken können. Außerdem seien in der Wohnung des Mannes in Berlin Texte auf Papier gefunden worden, die den Drohschreiben glichen.
24. September 2021, 21:22 Uhr
Redaktion
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Das hessische Landeskriminalamt konnte einen Teil der Daten des Verdächtigen entschlüsseln. FOTO: DPA

Frankfurt/Berlin - Der Verdacht, dass ein in Haft sitzender Berliner für die rassistischen Morddrohungen unter dem Kürzel »NSU 2.0« verantwortlich ist, soll sich durch Ermittlungen erhärtet haben. Die »Süddeutsche Zeitung« berichtete ohne Angabe von Quellen, auf beschlagnahmten Computern, Festplatten und USB-Sticks des 53-jährigen Verdächtigen seien Dateien gefunden worden, die den Drohschreiben ähnelten. Die Fachleute des hessischen Landeskriminalamts hätten einen Teil der verschlüsselten Datenträger knacken können. Außerdem seien in der Wohnung des Mannes in Berlin Texte auf Papier gefunden worden, die den Drohschreiben glichen.

Bereits Anfang Mai, kurz nach der Festnahme des Tatverdächtigten, hatte die Staatsanwaltschaft Frankfurt mitgeteilt, dass eine erste Auswertung der sichergestellten Datenträger den Verdacht erhärtet habe. Der 53-Jährige sei seit 1994 immer wieder als rechtsmotivierter Straftäter in Erscheinung getreten und zuletzt 2014 rechtskräftig verurteilt worden. Zu dem aktuellen Medienbericht wollte sich die Staatsanwaltschaft nicht äußern.

Der 53-jährige Deutsche soll seit 2018 insgesamt 133 beleidigende und bedrohende Schreiben an 34 Personen und 60 Institutionen in neun Bundesländern und Österreich geschickt haben. Sie waren mit »NSU 2.0« unterzeichnet, in Anlehnung an die rechtsextreme Terrorgruppe »Nationalsozialistischer Untergrund«. Daten über mindestens vier der betroffenen Frauen waren von Polizeirevieren in Frankfurt, Wiesbaden, Hamburg und Berlin abgefragt worden, kurz bevor die Opfer Drohschreiben erhielten. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass der Täter diese Daten erlangt hat, indem er sich als Polizist ausgab. pit

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/hessen/fortschritte-bei-nsu-20-ermittlungen;art189,754531

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