15. März 2021, 21:13 Uhr

»Fit genug«

15. März 2021, 21:13 Uhr
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Von DPA

Wiesbaden - Kurz vor dem voraussichtlichen Ende des Prozesses um eine mutmaßliche Sabotage auf der ICE-Schnellstrecke Frankfurt - Köln haben zwei Sachverständige ausgesagt. Der eine äußerte sich am Montag vor dem Landgericht Wiesbaden zur körperlichen Verfassung des 52 Jahre alten Angeklagten, der andere über mögliche Folgen, wenn nach der Tat im März 2020 ein Zug entgleist wäre.

In dem Verfahren wirft die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten versuchten heimtückischen Mord vor. Als weitere Mordmerkmale sieht sie niedere Beweggründe sowie den Einsatz gemeingefährlicher Mittel erfüllt. Der Mann soll nahe der Theißtalbrücke bei Niedernhausen im Taunus Schienenbefestigungen abmontiert haben. Laut Anklage war das Ziel, einen Zug entgleisen zu lassen.

Mehr als 400 Züge passierten an mehreren Tagen in hohem Tempo die Stelle, bis zwei ICE-Lokführer am 20. März durch verändertes Fahrverhalten und Schläge auf die Unregelmäßigkeiten aufmerksam wurden. Wenig später wurden auf einer Strecke von rund 80 Metern lose Gleise entdeckt. Ein Rechtsmediziner hielt den Mann am Montag trotz Rückenbeschwerden für körperlich fit genug, um Schienenbefestigungen abzumontieren.

Ein ebenfalls geladener Technikexperte betonte, dass Folgen bei Unfällen mit entgleisten Schnellzügen »immer unabsehbar« seien. Bei der Entgleisung eines Zugs mit einer Geschwindigkeit von 300 Kilometern pro Stunde könne »ein katastrophaler Ausgang mit einer Vielzahl von Toten« nicht ausgeschlossen werden, er sei sogar wahrscheinlich. dpa



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