29. Juni 2021, 21:01 Uhr

Eurobike zieht nach Frankfurt

Kaum eine Branche ist von der Corona-Pandemie derart hart erwischt worden wie das Messegeschäft. Seit März 2020 konnten in Deutschland keine Veranstaltungen mehr stattfinden. Für die Messe Frankfurt geht die Corona-Zwangspause noch weiter - auch wenn der Veranstalter nun auf einen baldigen Neustart hofft. Einen Lichtblick gibt es: Die Fahrradmesse Eurobike zieht an den Main.
29. Juni 2021, 21:01 Uhr
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2019 noch in Friedrichshafen: Die Messe Eurobike zieht vom Bodensee nach Frankfurt. FOTO: DPA

Die Messe Frankfurt investiert weiter in den Ausbau ihres Geländes. Aber auch das laufende Geschäftsjahr werde noch zu einem wirtschaftlichen Rückgang bei allen finanziellen Leistungsindikatoren führen, kündigte Messechef Wolfgang Marzin an. Statt der erhofften 300 Millionen Euro Umsatz dürften die Erlöse noch unter der Krisen-Marke von 257 Millionen Euro aus dem Jahr 2020 liegen. Das Unternehmen verbuchte im vergangenen Jahr einen Verlust von 122 Millionen Euro. 2019 hatte es noch einen Gewinn von rund 50 Millionen Euro bei einem Umsatz von 736 Millionen Euro gegeben. Für 2022 strebe die Messe bei verbesserter Pandemielage wieder eine Umsatzsteigerung auf mehr als 500 Millionen Euro an, so der Messechef.

Marzin setzt mit digitalen und hybriden Messeformaten auf eine Trendwende in der zweiten Jahreshälfte. So wird die Premierenveranstaltung der groß angekündigten Frankfurt Fashion Week in wenigen Tagen unter dem Label Frankfurt Fashion Week (FFW) Studio digital stattfinden, sagte Messe-Geschäftsführer Detlef Braun. Die »Automechanika« soll im September als hybride Veranstaltung mit abgespeckter Hallenversion stattfinden; die herkömmliche Zuliefererschau wurde erneut auf nächstes Jahr verschoben.

Auf Wunsch der Hersteller werde aber die regionale Fachmesse »Indoor Air« für die deutschsprachige Klima- und Lüftungsindustrie als reine Präsenzveranstaltung vom 5. bis 7. Oktober ausgerichtet. »Sie wird dann hoffentlich der Eisbrecher für den lang ersehnten Neustart haptischer Veranstaltungen in Frankfurt sein«, sagte Marzin. Anschließend ist die Gastveranstaltung Buchmesse - die Messe vermietet lediglich die Hallen - als publikumsträchtiger Präsenztermin geplant.

Lohnverzicht

Das Unternehmen Messe mit 2450 Mitarbeitern, das der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen gehört, will weiterhin ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen. Die Beschäftigten verzichten jedoch bis 2023 auf ihre variablen Bezüge, das sind rund zehn Prozent des Jahresgehalts, und werden zum Teil in Kurzarbeit geschickt. Trotz erschwerter Bedingungen fanden im abgelaufenen Geschäftsjahr 153 Veranstaltungen statt, darunter 46 Messen und Ausstellungen (2019: 155) mit mehr als 33 000 (2019: 99 246) ausstellenden Unternehmen und 1,2 Millionen Besuchern (2019: 4,5 Millionen). »Die zwangsweise vollständige Verlagerung von Veranstaltungen in den digitalen Raum hat die Wichtigkeit von physischen Begegnungen in ihrer Funktion für den Geschäftserfolg verdeutlicht«, sagte Marzin: »Eine digitale Veranstaltung ist in keiner Weise vergleichbar mit einer analogen Messe.«



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