05. November 2020, 21:36 Uhr

Erste Operationen verschoben

05. November 2020, 21:36 Uhr

Eschborn/Offenbach/Frankfurt - Angesichts der steigenden Corona-Zahlen in Hessen ist die Situation in den Kliniken zunehmend angespannt. »Die Kapazitäten sind momentan noch ausreichend, aber die Krankenhäuser sehen, was auf sie zukommt«, sagte der Geschäftsführende Direktor der Hessischen Krankenhausgesellschaft, Steffen Gramminger. Die Welle komme mit zwölf bis 14 Tagen Verzögerung in den Kliniken an.

Erste Krankenhäuser in Hessen würden bereits planbare Operationen verschieben. »Mir sind einzelne Kliniken bekannt, die versuchen, sich dadurch etwas Luft zu verschaffen.« Gramminger betonte, dass es ausschließlich um nicht dringende Eingriffe gehe, wo eine Verzögerung medizinisch vertretbar sei.

Kürzlich hatte etwa das Sana Klinikum in Offenbach angekündigt, zeitlich nicht dringend notwendige Operationen und Behandlungen zu verschieben. »Dieser Schritt fällt uns nicht leicht, wir übernehmen aber damit Verantwortung für unser Versorgungsgebiet und auch für unsere Beschäftigten«, erklärte Klinik-Geschäftsführer, Sascha John. Der Schritt sei notwendig, um räumlich und personell die Kapazitäten zu schaffen, um der steigenden Anzahl an Covid-19-Patienten und Verdachtsfällen gerecht zu werden.

Nach den Zahlen des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin lagen in Hessen am Donnerstagmittag 243 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen, 15 mehr als am Vortag. Das entsprach einer Belegung von 13 Prozent aller Intensivbetten. 124 der Patienten wurden beatmet.

Zwei Erzieherinnen positiv getestet

Unterdessen sind die Ergebnisse einer Studie der Universität Frankfurt vorgestellt worden. Demnach besteht bei kleinen Kita-Kindern wohl ein vergleichsweise geringes Corona-Ansteckungsrisiko. Bei der »Safe-Kids-Studie« in Zusammenarbeit mit dem hessischen Sozialministerium waren über einen Zeitraum von zwölf Wochen 825 Kinder sowie 372 Mitarbeiterinnen in 50 Kitas in Hessen getestet worden, wie die Universität am Mittwoch mitteilte. Dabei seien nur zwei Probanden positiv getestet worden - in beiden Fällen Erzieherinnen.

Im Untersuchungszeitraum (18. Juni bis 10. September) sei die Rate an Neuinfektionen landesweit allerdings als niedrig einzustufen gewesen, hieß es. Daher seien die Ergebnisse nicht ohne Weiteres auf ein Umfeld mit hoher Inzidenz übertragbar. dpa

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