06. Dezember 2020, 20:51 Uhr

Erfolgreich entschärft

06. Dezember 2020, 20:51 Uhr
Die Frankfurter Messe dient während der Evakuierung eines Wohngebietes als Aufenthaltsort. In der Nähe ist am Sonntag eine 500-Kilogramm-Weltkriegsbombe entschärft worden. FOTO: DPA

- Experten des Hessischen Kampfmittelräumdienstes haben am Sonntagnachmittag in Frankfurt eine 500 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Knapp 13000 Anwohner konnten danach in ihre Wohnungen zurück. Der Fern- und Regionalverkehr der Deutschen Bahn sollte bis zum Abend wieder ohne Verspätungen rollen.

Der Sprengkörper war am Donnerstag bei Bauarbeiten im Stadtteil Gallus gefunden worden. Die Einsatzkräfte waren davon ausgegangen, dass die Entschärfung des mechanischen Zünders im Fall von Komplikationen bis zu sechs Stunden dauern könnte. Im Gefahrenbereich lagen Altenheime, eine Fernwärmeleitung, Internetknotenpunkte und Umspannanlagen sowie zentrale Einrichtungen der Bahn. Im Fern- und Regionalverkehr gab es teilweise Beeinträchtigungen und Verspätungen. Einzelne Züge wurden umgeleitet.

»Wenn es gut läuft, klappt es in einer Stunde, es kann aber auch deutlich länger dauern«, hatte der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) beim Besuch des Betreuungszentrums für Evakuierte in einer Messehalle gesagt. Vor allem die Splitterwirkung der britischen Fliegerbombe mit mechanischem Zünder wurde als sehr gefährlich eingestuft.

Ehe der Kampfmittelräumdienst den Sprengkörper entschärfen konnte, mussten am Sonntagmorgen knapp 13000 Anwohner ihre Wohnungen verlassen. Für alle, die nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen konnten, wurde in einer Messehalle eine Betreuungsstelle eingerichtet - wegen der Corona-Pandemie mit Maskenpflicht und Abstand.

»Wir haben im Eingangsbereich zwei Ärzte, bei der Ankunft wird Fieber gemessen und auf Erkältungssymptome geachtet«, sagte Armin Bender, ehrenamtlicher Katastrophenschutzbeauftragter beim Deutschen Roten Kreuz (DRK). »Wenn jemand hustet oder erhöhte Temperatur hat, gibt es einen Corona-Schnelltest.«

Corona-Infizierte wurden in Hotelzimmern oder Krankenhäusern untergebracht, sagte Bender. In der Messehalle gebe es zudem einen abgetrennten Bereich für Menschen, die sich wegen einer Rückkehr aus dem Ausland oder als Kontaktpersonen eines Infizierten in Quarantäne befinden. »Das ist kein schöner Adventssonntag für die Menschen hier«, sagte Bender. »Aber alle sind unglaublich diszipliniert.«

Bis zum Nachmittag waren nach Angaben der Feuerwehr bis zu 700 Menschen in die Messehalle gekommen. Dort brach spontaner Applaus aus, als Mitarbeiter des Roten Kreuzes per Lautsprecherdurchsagen ankündigten, dass die Bombe entschärft sei und alle nach Hause zurückkehren könnten.

In Frankfurt gab es in den vergangenen Jahren mehrfach Bombenentschärfungen mit größeren Evakuierungen: Im Juli 2019 mussten nach dem Fund einer 500 Kilogramm Bombe in der Nähe der Europäischen Zentralbank rund 16500 Menschen ihre Wohnungen verlassen. DPA

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