23. August 2021, 22:06 Uhr

E-Scooter auf der Überholspur

23. August 2021, 22:06 Uhr
Für manche sind E-Scooter ein Grund zum Ärgern, die Roller werden bisweilen sogar in Flüsse geworfen. ARCHIVFOTO: DPA

- In den großen hessischen Städten sind gleich mehrere Unternehmen aktiv, die Fahrten mit E-Scootern anbieten. Die Verleiher berichten von einer großen Nachfrage, besonders jetzt im Sommer. Doch die Scooter machen in den Kommunen auch nach wie vor Probleme, etwa wenn sie so abgestellt werden, dass sie Gehwege blockieren.

10 000 Leih-Scooter in Frankfurt

Die Stadt Frankfurt will darauf mit der Zuweisung bestimmter Parkzonen reagieren. Allein in der Mainmetropole sind nach Schätzungen mehr als 10 000 Leih-Scooter unterwegs. Bis Jahresende soll eine Regelung gegen das Parkchaos von der neuen Stadtregierung vorgelegt und beschlossen sein, sagt der scheidende Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Die Roller könnten dann nur noch in festgelegten Bereichen abgestellt werden.

Das Geschäft läuft nach Angaben der Anbieter gut, konkrete Zahlen oder Vorhaben nennen sie jedoch nicht. »Wir stehen aktuell mit weiteren Städten in Hessen in Verhandlungen, können zum aktuellen Zeitpunkt aber noch keine konkreten Angaben machen, wann und wo wir genau starten werden«, teilt etwa ein Sprecher des E-Scooter-Anbieters Tier mit. Das Unternehmen ist im Bundesland bisher in Frankfurt, Wiesbaden, Kassel und Darmstadt aktiv.

Die Anbieter beteuern indes, sie gingen gegen wild geparkte Scooter vor und versuchten zu verhindern, dass sie in Gewässer geworfen werden. Mitarbeiter versuchten auch, die Roller mit speziellen Haken wieder aus dem Wasser zu ziehen, sagt ein Sprecher von Lime. Seit April 2021 seien mehr als 20 geborgen worden.

Darmstadt schätzt die Zahl der Leih-Scooter im Stadtgebiet auf knapp 1000, vier Anbieter sind präsent. Beschwerden, etwa über vollgestellte Bürgersteige, würden unmittelbar an diese weitergeleitet, sagt ein Stadtsprecher. Die Betreiber bemühten sich, innerhalb weniger Stunden störende Roller zu beseitigen. Auch das Ordnungsamt habe ein Auge auf die Situation.

In Wiesbaden herrscht eine moderate Beschwerdelage über die rund 1250 Tretroller, die dort unterwegs sind. Mit den drei in der Landeshauptstadt tätigen Anbietern gebe es einen regen Austausch, sagt ein Sprecher des Verkehrsdezernats. Sie seien aufgefordert worden, »ihr Personal besser zu schulen, um die Aufstellung von E-Tretrollern zum Beispiel in Kreuzungsbereichen und Bushaltestellen zu unterbinden«. Nutzer sollen auf die Regeln hingewiesen und Lösungen für eine bessere Kontrolle gefunden werden. In den Fußgängerzonen und Parks in Wiesbaden ist es nicht möglich, die Scooter abzustellen, da sich dort der Mietvertrag nicht beenden lasse. Geprüft wird auch eine Obergrenze für die Roller, um eine zu starke Konzentration in der Innenstadt zu vermeiden.

In Kassel gibt es nach Auskunft von Stadtsprecher Claas Michaelis kaum Beschwerden über falsch parkende Scooter. Mit den inzwischen vier Verleihern stehe man in regelmäßigen Austausch. Auch in Kassel werde das Abstellen und Fahren in bestimmten Bereichen - wie etwa im Weltkulturerbe Bergpark Wilhelmshöhe - mittels technischer Lösungen unterbunden. Die Lage werde weiter beobachtet, nötigenfalls werde man einschreiten, sagte Michaelis. dpa

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