13. Mai 2021, 20:28 Uhr

E-Fuels an der Zapfsäule

13. Mai 2021, 20:28 Uhr
Auf einem Gelände in Fulda werden Tanks für verschiedene Mischungsvarianten von E-Fuels eingelassen. FOTO: DPA

Fulda - Mit dem Einstieg in die Vermarktung alternativer Kraftstoffe will ein Unternehmen aus Osthessen die Energiewende im Bereich der Mobilität vorantreiben. Voraussichtlich ab dem ersten Quartal kommenden Jahres sollen Autofahrer an einer ersten Pilottankstelle sogenannte E-Fuels tanken können. Bei der Grundsteinlegung für einen neuen Unternehmenssitz in Fulda stellte der Geschäftsführer des Energiedienstleisters Knittel, Udo Weber, am Mittwoch entsprechende Pläne vor.

»Wir möchten weg von der Theorie und rein in die Praxis und mit diesem Pilotprojekt zeigen, dass E-Fuels absolut praxistauglich sind und als emissionsneutrale Alternative real zur Verfügung stehen«, sagte Weber, der auch Vorsitzender des Bundesverbandes mittelständischer Mineralölunternehmen (Uniti) sowie stellvertretender Vorsitzender der europaweit agierenden eFuel Alliance ist.

Bei dem Vorhaben arbeitet Knittel mit Uniti, dem Produzenten Ineratec und weiteren deutschen Mineralölunternehmen zusammen. Derzeit werden auf dem Gelände von Knittel zehn Tanks mit einem Fassungsvermögen von zusammen einer Million Liter für verschiedene Mischungsvarianten eingelassen. Knittel werde zu den bundesweit ersten Unternehmen gehören, die den neuen Flüssigkraftstoff anbieten werden, sagte Weber. Der Preis je Liter für den Kraftstoff dürfte nach seinen Worten bei einer Beimischung von zehn Prozent zunächst um etwa 20 Cent über dem herkömmlichen Preis liegen.

Einfach zu speichern

Bereits im Januar hatte die aus dem Karlsruhe Institute of Technology gegründete Firma Ineratec Pläne für eine industrielle Pionieranlage für solche alternativen Kraftstoffe im Frankfurter Industriepark Höchst bekanntgegeben. Sie soll ab 2022 bis zu 4,6 Millionen Liter der Kraftstoffe pro Jahr herstellen. Mit steigender Verfügbarkeit des alternativen Kraftstoffs werde auch die Beimischung zunehmen, sagte Weber. Ziel sei es, dass Autofahrer schon deutlich vor 2050 zu 100 Prozent E-Fuels tanken und damit »klimaneutral« fahren könnten.

E-Fuels sind synthetische Kraftstoffe, die mittels Strom aus Wasser und Kohlendioxid produziert werden. Dieser Strom soll aus ökologischer Sicht vor allem aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Solche Brenn- und Kraftstoffe (E-Fuels) gelten als einfacher zu speichern und zu transportieren als Strom oder reiner Wasserstoff. Mit E-Fuels könnten Verbrennungsmotoren lange weiter genutzt werden.

Der Einsatz von E-Fuels ist aber umstritten. Umweltverbände wie der BUND etwa halten die Produktion für ineffizient und zu teuer. Auch das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung kam kürzlich in einer Studie zu dem Ergebnis, dass mit Ökostrom produzierter Wasserstoff nicht in allen Bereichen ein geeignetes Mittel sei, um fossile Brennstoffe zu ersetzen. Als problematisch wurden in der Studie die großen Mengen von Ökostrom gesehen, der für die Herstellung von Wasserstoff benötigt wird.

Als wesentlichen Vorteil sieht Weber, dass bestehende Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mit E-Fuels problemlos weitergenutzt werden könnten. Auch für die Schiffs- und Luftfahrt eröffne sich ein großes Potenzial. Man sei aber zugleich technologieoffen und wolle sich nicht gegen die Elektromobilität stellen. dpa

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