05. August 2021, 21:19 Uhr

Deutlich weniger Nachtflüge

Der Flugverkehr zieht nach den Lockerungen der Corona-Beschränkungen wieder an. Die Zahl der verspäteten Starts und Landungen in der Nacht ist am größten deutschen Verkehrsflughafen in Frankfurt aber immer noch gering.
05. August 2021, 21:19 Uhr
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Von DPA

Mit dem Einbruch des Flugverkehrs wegen der Corona-Pandemie ist auch die Zahl der Nachtflüge am Frankfurter Flughafen zurückgegangen. Einschließlich der Evakuierungs-, Hilfs- und Vermessungsflüge wurden im vergangenen Jahr 238 Landungen (2019: 676) und 214 Starts (2019: 495) registriert, wie das hessische Verkehrsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden mitteilte. Im ersten Halbjahr 2021 seien es 43 Landungen und 63 Starts gewesen.

Drohnen sorgen für Verspätungen

Allein 23 verspätete Starts im laufenden Jahr resultierten nach Angaben des Ministeriums aus dem Drohnenvorfall im Februar. Eine oder mehrere Drohnen hatten für Einschränkungen und Verspätungen gesorgt. Die Polizei ging von einer gezielten Störaktion aus.

In der Zeit zwischen 23 Uhr und 5 Uhr herrscht am größten deutschen Verkehrsflughafen ein Nachtflugverbot. Die Luftaufsicht kann Sondergenehmigungen für verspätete Maschinen erteilen, wenn die Fluggesellschaften keinen Einfluss darauf hatten - etwa nach Unwettern. Nach 24 Uhr darf der Flughafen gar nicht mehr angeflogen werden.

In der Corona-Krise waren auch nachts Starts und Landungen möglich, etwa für Evakuierungsflüge zur Rückholung deutscher Urlauber und wichtige Luftfracht. Von März bis Ende Juni 2020 waren laut Verkehrsministerium 47 Evakuierungsflüge und medizinische Hilfsflüge in Frankfurt zwischen 23 Uhr und 5 Uhr gestartet und gelandet.

Außerdem gab es von März bis Ende Juni 2020 zwischen 23 Uhr und 5 Uhr insgesamt 185 Starts und Landungen wegen besonderem öffentlichen Interesse - etwa zum Transport von notwendigen medizinischen Gütern wie Masken und Schutzkleidung. Im zweiten Halbjahr 2020 gab es nach Angaben des Verkehrsministeriums zwei solcher Flüge.

Initiative kämpft weiter

Die Landesregierung bemühe sich weiterhin um eine Minimierung der Lärmbelastung, hieß es. Dabei gehe es etwa um die strenge Einhaltung und Überwachung des Nachtflugverbots sowie die erneuerte Flughafen-Entgeltordnung, die Nachtflüge verteuert hat. Wichtig sei die Erprobung von alternativen An- und Abflugverfahren sowie die Ausmusterung älterer Maschinen.

Die Bürgerinitiativen, die sich gegen einen weiteren Flughafenausbau und für ein Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr einsetzen, sind auch in der Corona-Pandemie weiter aktiv. Eine Änderung von Flugrouten lehnen sie ab. Der Lärm solle durch weniger Flüge reduziert und nicht verschoben werden, sagte Michael Flörsheimer, einer der Sprecher des Bündnisses der Bürgerinitiativen (BBI). Der Fokus liege derzeit darauf, auch im Sinne des Klimaschutzes auf ein Verbot von Kurzstreckenflügen hinzuwirken. Dazu sei ein gemeinsamer Aufruf mit Initiativen aus anderen großen Städten in Vorbereitung.



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