23. Juli 2021, 22:00 Uhr

Der Tigermücke auf der Spur

Stechmücken sind Plagegeister - auch die aus dem Ausland. Ein Landesamt in Dillenburg baut derzeit eine »einmalige Datenbank« zur Stechmückenbestimmung auf. Das HLPUG hat auch in der Pandemie wichtige Aufgaben.
23. Juli 2021, 22:00 Uhr
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Breitet sich aus: Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) kann Krankheiten übertragen. FOTO: DPA

Die Tigermücke ist bekannt und berüchtigt. Das Tier mit den Ringelbeinen kann jede Menge Infektionskrankheiten übertragen. Mit ihr wandern zunehmend andere ihrer tropischen Verwandten in Hessen ein. Die Erderwärmung erleichtert ihnen die Ansiedlung.

Daraus entsteht eine neue Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung. Für deren Schutz ist das Hessische Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen - abgekürzt HLPUG - in Dillenburg zuständig. Aktuell baut es derzeit eine »bundesweit einzigartige Datenbank« zur Mückenbestimmung aus, wie es dort heißt. Dank eines speziellen Laborgeräts reichen einzelne Teile der Tiere, um sie durch Massenspektrometrie analysieren zu können. Die erzeugten Spektren werden mit den in der Datenbank hinterlegten Spektren abgeglichen und dadurch die Spezies bestimmt.

»Ein enormer Fortschritt«

»Dies ist vor allem bei der Verbreitung tropischer Stechmücken in Hessen ein enormer Fortschritt und ermöglicht eine wesentlich schnellere Bestimmung als mit einer Mikroskopkamera«, sagte HLPUG-Direktor Christof Diefenbach kürzlich bei einem Besuch des Hessischen Sozialministers Kai Klose (Grüne) in der Landesbehörde im Lahn-Dill-Kreis. Ihr Untersuchungsmaterial fangen die Expertinnen und Experten mit speziellen Mückenfallen.

Der Fokus liegt hier auf der tropischen Tigermücke, die sich in Deutschland langsam ausbreitet. Sie ist tagaktiv, sehr stechfreudig und kann, anders als die heimische Mücke, mehr als 20 Viren übertragen. 35 Fallen hat die Landesbehörde bereits in Hessen verteilt. Besonders beliebt bei der Eiablage: Altreifen und Pflanzen wie Minibambus, die gerne an Silvester verschenkt werden.

In Zeiten der Pandemie sind die Aufgaben des HLPUG gewachsen. So fließen in Dillenburg auch sämtliche Daten zur Infektionsepidemiologie zusammen, selbstverständlich auch die zu Corona in Hessen. Um die Aufgaben zu bewältigen, hat das Land der Behörde Sondermittel in Höhe von einer Million Euro zur Verfügung gestellt. Die Mittel flossen in die Aufrüstung der Labors, Vergrößerung und Weiterbildung des Teams sowie Verbesserung der IT.

PCR-Tests und Datenerfassung

Mit der neuen Ausstattung erledigt die Behörde PCR-Tests für die Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes, die Polizei oder den Justizvollzug. Auch die Gesundheitsämter nutzen die Laborkapazitäten. Herz der Datenerfassung ist das Büro des Meldewesens. Dort fließen sämtliche Daten der Gesundheitsämter im Land zusammen, bevor sie an das Robert-Koch-Institut geleitet werden. Zu Beginn der Pandemie wurden Zahlen und Berichte noch händisch erfasst und erstellt. Mittlerweile sind die Prozesse automatisiert. Die Daten werden täglich auf der Website des Ministeriums veröffentlicht und fließen in den wöchentlichen Lagebericht ein.



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