01. Juni 2021, 21:01 Uhr

Der Knüll wird ein Knüller

01. Juni 2021, 21:01 Uhr
Wolken ziehen über das nordhessische Knüllgebirge. Das Gebiet in den Landkreisen Schwalm-Eder und Hersfeld-Rotenburg darf sich nun offiziell »Naturpark Knüll« nennen. FOTO: DPA

Knüllwald - Hessen ist um einen Naturpark reicher: Die Region Knüll darf sich künftig »Naturpark Knüll« nennen. Damit gibt es landesweit jetzt 13 dieser ausgewiesenen Schutzgebiete, die das Land Hessen seit 1957 anerkannt hat.

Basalt-Kuppenlandschaft im Norden, Wald im Osten und fruchtbare Ackerlandschaften im Süden - die nordhessische Region Knüll ist vielfältig und abwechslungsreich. »Die Anerkennung als Naturpark trägt zur Entwicklung der Region bei, wertet die naturnahe Erholung auf und stärkt einen nachhaltigen Tourismus für Einheimische und Gäste«, sagte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) am Montag in Knüllwald. Der neue Naturpark erstreckt sich zwischen Homberg/Efze im Norden, Neunkirchen/Knüll im Westen, Breitenbach am Herzberg im Süden und fast bis nach Bad Hersfeld im Osten. Das Gebiet umfasst laut dem Träger Zweckverband Knüllgebiet eine Fläche von 83 000 Hektar. Insgesamt 17 Städte und Gemeinden liegen demnach ganz oder teilweise darin.

Der Zweckverbandsvorsitzende Nico Ritz kündigte an, im ersten Jahr vor allem die Bildungsarbeit vorantreiben zu wollen. »So wollen wir ehrenamtliche Naturparkführer ausbilden und in das Projekt Naturpark-Kitas einsteigen.« Gefördert wird das neue Schutzgebiet mit Landesmitteln in Höhe von 60 000 Euro jährlich. Darüber hinaus werden laut Zweckverband Knüllgebiet in der Startphase für die Jahre 2021 bis 2023 jährlich bis zu 150 000 Euro an Projektfördermitteln fließen. Die weiteren zwölf Naturparks fördert das Land Hessen laut Regierungspräsidium Gießen jährlich mit einer Summe in Höhe von 728 000 Euro. Zudem würden laut Umweltministerium für die Erarbeitung von Naturparkplänen 2021 bis zu 500 000 Euro bereitgestellt sowie mittelfristig weitere 500 000 Euro zur Umsetzung dieser Pläne. Geld, das die Naturparks dringend benötigen - auch vor dem Hintergrund ihrer zunehmenden Beliebtheit in Corona-Zeiten. »Wir haben definitiv einen finanziellen Mehrbedarf«, sagt Carolin Pfaff. Sie ist die stellvertretende Geschäftsstellenleiterin des Naturparks Taunus, der auch der Arbeitsgemeinschaft Hessischer Naturparkträger vorsteht. In der Pandemie seien wesentlich mehr Besucher unterwegs gewesen. »Das freut uns sehr, hat aber auch negative Begleiterscheinungen.« Es brauche mehr Geld und Personal für Pflege und Unterhaltung der Parks, sagt Pfaff.

Der größte der 13 Naturparks in Hessen ist der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald, der etwa 380 000 Hektar misst. Mit einer Fläche von 35 500 Hektar ist der Naturpark Diemelsee die kleinste Anlage. Bundesweit gibt es 107 Naturparks. dpa

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