30. Juli 2021, 21:21 Uhr

»Chemische Zeitbomben«

30. Juli 2021, 21:21 Uhr

- Hochwasser birgt nach Angaben von Forschern die Gefahr, dass Schadstoffe aus Flüssen auf Felder getragen werden. Auf dem Grund der Gewässer könnten sich Umweltverschmutzungen aus Jahrzehnten ablagern, zum Beispiel aus Bergbau- oder Industrieabwässern, teilte die Frankfurter Goethe-Universität am Freitag mit. In Überschwemmungsgebieten könnten die Schadstoffe Ackerpflanzen, Weidetiere und Menschen belasten, erklärt ein internationales Wissenschaftsteam in einer Übersichtsarbeit zu Hochwasserereignissen auf der ganzen Welt. Die Arbeit ist im »Journal of Hazardous Materials« erschienen und unter Federführung der Goethe-Universität Frankfurt entstanden.

Die Schadstoffe in Altsedimenten der Flüsse seien »chemische Zeitbomben« wie zum Beispiel Schwermetalle oder schwer abbaubare Dioxine und dioxinähnliche Verbindungen, erklärte die Uni. Diese Ablagerungen könnten bei Hochwasserereignissen in den industriell geprägten Regionen Europas, Nordamerikas und Asiens infolge der hohen Fließgeschwindigkeiten aufgewühlt werden. Dabei würden die in ihnen gebundenen Schadstoffe freigesetzt und kontaminierten Überflutungsgebiete. So entstünden auch Gefahren für die Trinkwassergewinnung.

Mitautor Henner Hollert, Professor für Umwelttoxikologie an der Frankfurter Goethe-Universität, forderte, die langfristigen Folgen durch die Altlasten müssten in den Blick genommen werden. dpa

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