30. November 2020, 20:27 Uhr

Bibelmuseum Frankfurt vorerst gerettet

30. November 2020, 20:27 Uhr
Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau halbiert die Finanzierung für das Bibelhaus in Frankfurt. FOTO: BIBELHAUS

Das Bibelhaus in Frankfurt bleibt - jedenfalls vorerst - geöffnet. Die evangelische Kirche streicht die Zuschüsse nun doch nicht wie kürzlich angedacht, was die Schließung des renommierten Museums bedeutet hätte. Die Finanzierung wird jedoch halbiert. Somit muss sich das Haus weitere Geldgeber suchen.

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) muss sparen. Die Zahl der Mitglieder schrumpft und damit gehen die Einnahmen vor allem aus der Kirchensteuer zurück. Nach intensiver Debatte hat die Synode beschlossen, den jährlichen Zuschuss in Höhe von gut 600 000 Euro jährlich von 2025 an zu halbieren oder sogar weiter zu kürzen. Den Zuschuss in Höhe von bis zu 300 000 Euro soll es auch nur dann geben, wenn das Haus ein tragfähiges finanzielles Konzept erstellt. Ansonsten droht das Aus. Träger des Museums ist die Frankfurter Bibelgesellschaft. Der Jahresetat liegt bei rund einer Million Euro, die EKHN trägt also den Löwenanteil. Frankfurt fördert das Haus mit jährlich 50 000 Euro.

Silvia Meier, kaufmännischer Vorstand der Bibelgesellschaft, sagte, man freue sich über die durch den Beschluss eröffnete Perspektive, das Haus weiterführen zu können. Veit Dinkelaker, der designierte neue Museumsdirektor, äußerte die Hoffnung, »die Arbeit in bewährter Form fortsetzen zu können«. Ob dies tatsächlich gelingt, wird davon abhängen, ob das Haus neue Sponsoren gewinnen oder über Fundraising die nötigen Mittel einwerben kann.

Man wolle das Haus als Zentrum der religiösen und kulturellen Bildung in Frankfurt erhalten, sagte Meier. »Wir wollen dazu ein Bündnis unterschiedlichster Partnerinnen und Partner aus Stadt, Land, Privatpersonen und Unternehmen gestalten«, kündigte sie an. In den vergangenen Jahren besuchten rund 23 000 Gäste das 500 Quadratmeter große Museum, das 2003 in einer ehemaligen evangelischen Kirche auf der südlichen Mainseite eröffnet wurde. In Deutschland gilt es als das bestbesuchte Haus seiner Art. Zu den Partnern gehören neben anderen die Deutsche Nationalbibliothek und das Deutsche Historische Museum. Zurzeit ist das Haus wie alle anderen Museen geschlossen. Das Konzept beruht darauf, anhand von originalen Exponaten die Entstehungsgeschichte der Bibel vom 2. Jahrhundert vor bis zum 2. Jahrhundert nach Christi Geburt zugänglich zu machen. Dabei werden auch Bezüge zu anderen Religionen verdeutlicht. Das Angebot wird vor allem von Schulklassen genutzt. Peter Hanack

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