28. April 2021, 20:31 Uhr

Bestes Quartal seit sieben Jahren

28. April 2021, 20:31 Uhr
Die Deutsche Bank macht erstmals wieder Gewinn. FOTO: DPA

- Mit dem besten Quartal seit sieben Jahren hat die Deutsche Bank den Grundstein für den angestrebten Gewinn im Gesamtjahr 2021 gelegt. »Wir können nicht nur auf ein hervorragendes Quartal zurückschauen, auch der Ausblick stimmt optimistisch«, bilanzierte Konzernchef Christian Sewing am Mittwoch.

In den ersten drei Monaten des Jahres schnitt Deutschlands größtes Geldhaus deutlich besser ab als von Analysten erwartet. Für Januar bis März standen vor Steuern rund 1,6 Milliarden Euro Plus in den Büchern. Vom Nachsteuergewinn von etwas über einer Milliarde Euro (Vorjahreszeitraum: 66 Mio Euro) müssen Zinszahlungen für Anleihen abgezogen werden, sodass auf die Aktionäre des Frankfurter DAX-Konzerns ein Gewinn von 908 Millionen Euro entfiel.

Ein Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei minus 43 Millionen Euro. Dennoch gelang Deutschlands größtem Geldhaus im Jahr der Corona-Krise die Trendwende mit dem ersten Jahresüberschuss seit dem Jahr 2014. Die Bank wies für das vergangene Jahr 624 Millionen Euro Überschuss aus, auf die Aktionäre entfielen davon 113 Millionen Euro. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres konnte die Bank ihre Erträge um 14 Prozent auf gut 7,2 Milliarden Euro steigern. Zum guten Abschneiden trugen zudem Kostensenkungen und eine deutlich von 506 Millionen auf 69 Millionen Euro verringerte Risikovorsorge bei.

»Wir rechnen fest damit, dass die Folgen der Niedrigzinsen unsere Erträge in der Unternehmensbank und der Privatkundenbank im Vorjahresvergleich allmählich weniger stark belasten werden«, erklärte Sewing. Zudem gebe es »immer mehr Indikatoren« dafür, dass sich ein erheblicher Teil des Ertragswachstums in der Investmentbank seit 2019 als nachhaltig erweisen werde. »Auch wenn sich die Märkte in den kommenden Monaten wie erwartet normalisieren, rechnen wir für 2021 nun mit ähnlich hohen Erträgen wie im sehr starken Vorjahr.«

Das Kapitalmarktgeschäft brummt, die Gewinne in der Investmentbank sprudeln, obwohl das Management die Sparte im Zuge eines radikalen Konzernumbaus seit Sommer 2019 zurechtgestutzt hatte. Aus dem weltweiten Aktienhandel hat sich die Deutsche Bank zurückgezogen. Die unrühmliche Vergangenheit des Investmentbanking mit Skandalen und teuren Rechtsstreitigkeiten will das Institut endgültig hinter sich lassen. Nun kletterten die Erträge in der Sparte zum Vorjahresquartal um ein Drittel auf rund 3,1 Milliarden Euro, der Vorsteuergewinn erreichte 1,49 Milliarden Euro.

97 Standorte müssen schließen

Zugelegt hat die Bank unterdessen auch im Geschäft mit Unternehmens- und Privatkunden sowie in der Vermögensverwaltung, in allen Geschäftsbereichen stiegen den Angaben zufolge die Gewinne.

Dennoch: Die Deutsche Bank will ihre Kosten mit der Schließung von Filialen und dem Abbau von Personal weiter senken. Bis zum Jahresende macht das Institut 97 von 497 Standorten im Heimatmarkt dicht. Bei der zum Konzern gehörenden Postbank wird das Netz ebenfalls ausgedünnt. Der Filialabbau kostet unter dem Strich knapp 1200 Vollzeitstellen. An der Börse kam die Zwischenbilanz gut an: Die Deutsche-Bank-Aktie legte um rund neun Prozent auf gut elf Euro zu. dpa

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