28. Mai 2021, 21:01 Uhr

Besitz von Waffe und Sprengkörpern eingeräumt

28. Mai 2021, 21:01 Uhr

- Im Prozess wegen Terrorverdachts hat Bundeswehroffizier Franco A. weitere Vorwürfe eingeräumt, Anschlagsplanungen aber erneut bestritten. Er habe eine Waffe, Munition und Sprengkörper besessen, sein Motiv sei aber nicht gewesen, diese »tatsächlich für mich zu verwenden«, sagte der Angeklagte gestern vor dem Oberlandesgericht Frankfurt. »Ich bestreite, irgendwelche Anschläge geplant zu haben oder Menschen Leid zugefügt haben zu wollen.« Er betrachte es aber als nachvollziehbar, dass dieser Verdacht aufgekommen sei.

Laut der Anklageschrift der Bundesanwaltschaft soll sich der aus Offenbach stammende 32-Jährige aus einer rechtsextremistischen Gesinnung heraus eine falsche Identität als Flüchtling zugelegt haben, um geplante Anschläge als Terrorakte eines anerkannten Asylbewerbers darzustellen. Dies habe das Vertrauen in die Asylpolitik erschüttern sollen. Dazu soll sich der Soldat insgesamt vier Schusswaffen, 1000 Schuss Munition sowie mehr als 50 Sprengkörper beschafft haben.

A. räumte am Freitag in knappen Worten den Besitz einer Pistole ein - er hatte die geladene Waffe in einem Putzschrank einer Wiener Flughafentoilette versteckt und war beim Abholen im Februar 2017 festgenommen worden. In Interviews hatte A. dazu gesagt, er habe die Waffe gefunden und vor dem Abflug rasch versteckt; zurückgekommen sei er, um sie den Behörden zu übergeben. Zu den in der Anklage genannten drei weiteren Waffen äußerte er sich bislang nicht. Die Munition habe zu Ausbildungszwecken in seinem Keller gelagert, fügte er hinzu.

Der Angeklagte bestritt erneut, Rechtsextremist zu sein. »Ich war damals kein Rassist, Extremist und Nationalist und bin es heute nicht«, sagte A., als es in der Verhandlung um seine Master-Arbeit mit dem Titel »Politischer Wandel und Subversionsstrategie« ging, die als rassistisch eingestuft und abgelehnt worden war. Er habe den Fehler gemacht, keine Gegenthesen aufzustellen, sagt der Angeklagte dazu. Ansonsten hatte er während seiner umfangreichen, auch in Frankreich und Großbritannien absolvierten Ausbildung immer wieder mit Bestnoten hervorgestochen. Zu den Autoren, die ihn interessierten, zählte A. den Briten David Icke, der rechte Verschwörungstheorien vertritt. dpa

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