07. September 2021, 20:47 Uhr

Belastungstest für die Hochstraße

07. September 2021, 20:47 Uhr
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Aus der Redaktion
Zerschneidet Wetzlar in zwei Teile: Die Hochstraße kann noch bis Ende 2027 befahren werden. Ein Neubau ist ebenso in der Diskussion wie eine Umfahrung mit Tunnellösung. Am Wochenende kommt es vorübergehend zu einer Vollsperrung. FOTO: RÜG

Wetzlar - In der Nacht zum Samstag ist es in Wetzlar so weit: Zeitweise soll die B 49-Hochstraße zwischen den Anschlussstellen Wetzlar-Dalheim und Wetzlar-Garbenheim in beide Fahrtrichtungen gesperrt werden. Grund sind besondere Tests. Der Brückenzug der B49 in Wetzlar - unter anderem mit der Hochstraße und der Taubensteinbrücke - muss in den nächsten Jahren ersetzt werden. Seit 2020 überwacht Hessen Mobil kontinuierlich die Verkehrsbelastung auf der B 49 in diesem Bereich: Über Dauerzählstellen werden die tatsächlichen Verkehrsmengen erfasst und die aktuelle Belastung der Brücke, insbesondere der Schwerverkehrsanteil, im Blick behalten. Vor Kurzem wurde bereits angekündigt, dass zudem eine dreimonatige Dauermessung an der Hochstraße erfolgen soll, um die Belastungen, die durch den Verkehr auf dieser über 1000 Meter langen Brücke entstehen, noch besser beurteilen zu können.

Vor allem Lkw im Blick

Damit geht es nun los: Als erster Schritt wird laut Hessen Mobil ein »Belastungstest« für die Hochstraße in der Nacht von Freitag, 10. September, auf Samstag, 11. September, unter Vollsperrung der Brücke erfolgen. Während dieser nächtlichen Sperrung sollen ausschließlich Lkw, deren Gewicht genau bekannt ist, die Brücke mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten überfahren (»Belastungsfahrten«). Dabei werden die durch die Lkw entstehenden Durchbiegungen der Brücke über Sensoren gemessen und dokumentiert, wie Hessen Mobil informiert.

Die Sperrung gilt von Freitag ab 22 Uhr bis Samstag um 5 Uhr, Der Durchgangsverkehr in Fahrtrichtung Gießen wird während dieser Sperrung ab der Anschlussstelle Wetzlar-Dalheim über die B 277, die Anschlussstelle Aßlar der A 480 zum Wetzlarer Kreuz und weiter über die A 45 zur Anschlussstelle Wetzlar-Ost umgeleitet. In Wetzlar wird der Verkehr innerstädtisch zur Anschlussstelle Garbenheim umgeleitet und kann dort wieder auf die B 49 in Fahrtrichtung Gießen auffahren.

Der Durchgangsverkehr in Fahrtrichtung Limburg wird ab der Anschlussstelle Wetzlar-Ost über die A 45 zum Wetzlarer Kreuz und weiter über die A 480 und die B 277 zur Anschlussstelle Wetzlar-Dalheim der B 49 umgeleitet. Darüber hinaus wird für den Regionalverkehr nach Wetzlar aus Richtung Gießen kommend eine Umleitung über die Anschlussstelle Garbenheim eingerichtet. An der Anschlussstelle Wetzlar-Dalheim kann wieder auf die B 49 in Fahrtrichtung Limburg aufgefahren werden.

Auswertung bis 2022

Bereits seit Mitte August wurden die für die Dauermessung erforderlichen Messeinrichtungen und Sensoren an der Unterseite der Hochstraße montiert. Daher mussten die Parkflächen im Bereich unter der Hochstraße vorübergehend abgesperrt werden.

Mithilfe der anstehenden Dauermessung an der Hochstraße könne die tatsächliche Gewichtsverteilung des Verkehrs bestimmt werden. Also, wie sich die Anteile der unterschiedlich schweren Lkw-Typen zueinander verhalten, aber auch, wie viele Lkw voll beladen oder gar überladen seien. Damit die Messanlage einen korrekten Zusammenhang zwischen Fahrzeuggewichten und den gemessenen Verformungen am Bauwerk herstellen könne, sei es notwendig, in einem ersten Schritt nun den anstehenden »Belastungstest« für die Hochstraße durchzuführen.

Im Anschluss an die nächtliche Vollsperrung wird die Brücke wieder für den Verkehr freigegeben. Weitere Messungen sollen zunächst bis Ende 2021 fortgesetzt werden. Die Auswertung der Untersuchungen werde erst im Jahr 2022 abgeschlossen sein. Die bisherigen Berechnungen zur verbleibenden Nutzungsdauer der Brücke basierten - neben der Anzahl - auf statistischen Annahmen zu den Gewichten der sie befahrenden Fahrzeuge. Mit diesen statistischen Durchschnittswerten gebe sich Hessen Mobil nicht zufrieden, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Im Interesse der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer wolle Hessen Mobil daher ermitteln, wie die konkrete Belastung der Brücke aussehe. Mit diesen Daten könnte man die Berechnungen fortschreiben und damit zusätzliche Erkenntnisse für die Weiternutzung der Brücke gewonnen werden.

Bisher scheint es noch unsicher, ob die Hochstraße erneuert oder durch einen Tunnel ersetzt wird. Im Juli hieß es, dass ein Tunnel anstelle der B 49-Hochstraße favorisiert werde. Sophie Mahr



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