Hessen

Augenschmaus und Bienenweide

Wiesbaden/Kassel - Mit farbenfrohen Blüten gegen das Insektensterben - auch in diesem Jahr haben zahlreiche Landwirte, Kommunen und private Initiativen Blühstreifen und Felder als Nahrung und Lebensraum für Bienen, Hummeln und andere Tiere angelegt. Auf 5580 Hektar ist die Fläche von Blühstreifen an Wegrainen und Ackerrändern in der Landwirtschaft gewachsen, das sind gut zehn Prozent mehr als im vergangenen Jahr, wie das hessische Umweltministerium mitteilte.
20. Juni 2021, 19:26 Uhr
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Wiesbaden/Kassel - Mit farbenfrohen Blüten gegen das Insektensterben - auch in diesem Jahr haben zahlreiche Landwirte, Kommunen und private Initiativen Blühstreifen und Felder als Nahrung und Lebensraum für Bienen, Hummeln und andere Tiere angelegt. Auf 5580 Hektar ist die Fläche von Blühstreifen an Wegrainen und Ackerrändern in der Landwirtschaft gewachsen, das sind gut zehn Prozent mehr als im vergangenen Jahr, wie das hessische Umweltministerium mitteilte.

»Vor allem bestäubende Insekten wie Wildbienen haben einen gewaltigen Anteil daran, dass es uns gut geht. Ohne sie können Pflanzen keine Früchte bilden und Tiere und Menschen verlieren ihre Nahrungsgrundlagen«, erklärte Hessens Umweltministerium Priska Hinz (Grüne). »Darum setzen wir uns besonders für den Schutz bestäubender Insekten ein.«

Dabei setzt Hessen im wesentlichen auf drei Säulen: Über das Agrarumweltmaßnahmen-Programm HALM werden in diesem Jahr 3990 Hektar Blühflächen mit 2,66 Millionen Euro vom Land gefördert. 1881 Landwirte hätten sich entschieden, ein- und mehrjährige Blühflächen anzulegen, so die Ministerin. »Das sind nochmal 186 Aktive mehr als im Vorjahr.«

Hinzu kommen 1600 Hektar Blühflächen über die Gemeinschaftsinitiative »Hessens Landwirtschaft blüht für Bienen - Landwirte und Imker sind Partner« des hessischen Bauernverbandes und des Landesverbandes Hessischer Imker. Wie im vergangenen Jahr waren dafür rund 16 Tonnen Blühmischung an die Landwirte abgegeben worden, darunter etwa 1500 Kilogramm ökologisches Saatgut, hieß es vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen. »Dadurch wird unsere Kulturlandschaft in den nächsten Wochen nicht nur bunter, sondern bietet den Insekten nach der Blüte der Obstbäume und des Rapses bis in den Herbst hinein ein vielfältiges Nahrungsangebot«, erklärte der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Karsten Schmal.

Als dritte Säule kommt die Auszahlung von Lottomitteln hinzu, die für Projekte in Bereichen wie Sport, Kultur, Soziales und Umwelt verwendet werden. So waren im vergangenen Jahr 45 000 Euro im Rahmen der Kampagne »Bienenfreundliches Hessen« bewilligt worden. Rund 25 000 Euro davon flossen in konkrete Maßnahmen, vor allem in die Anlage von Blühflächen, mit dem übrigen Geld seien vor allem Imkervereine unterstützt worden.

Aber nicht nur Hessen will mit solchen Maßnahmen zur Artenvielfalt beitragen - auch Kommunen und Privatleute engagieren sich zunehmend. So hatte der Vogelsbergkreis ein kreisübergreifendes Insektenschutzprojekt ausgerufen, an dem 13 Städte und Gemeinden als Projektpartner teilnehmen und auch der Main-Kinzig-Kreis hat mit »Main.Kinzig.Blüht.Netz« ein Projekt zur Biodiversität angestoßen, mit dem rund 500 Flächen in insektenfreundlichen Lebensraum umgewandelt werden sollen.

Spende für Blumenwiese

Ebenfalls im Main-Kinzig-Kreis ist die von Landwirt Friedrich Bellgardt nahe Hammersbach ins Leben gerufene Blühfeld-Initiative beheimatet. Sie hat sich nicht nur dem Artenschutz verschrieben, sondern will die Idee auch weitertragen, etwa durch spezielle Aktionen für Kinder und die Vernetzung mit ähnlichen Gruppen. Mit einem Geldbetrag können sich Paten bei der Blühfeld-Initiative virtuell an den mittlerweile rund 42 000 Quadratmeter umfassenden Flächen beteiligen, auf denen zurzeit Klatschmohn, Margeriten, Rotklee und andere Pflanzen in Blüte stehen. Rund 170 Paten hat die Initiative in diesem Jahr gewonnen. dpa

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/hessen/augenschmaus-und-bienenweide;art189,740150

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