17. Dezember 2020, 21:16 Uhr

Älteste fossile Python im Welterbe Grube Messel

17. Dezember 2020, 21:16 Uhr
Diese versteinerte Python wurde im UNESCO-Welterbe Grube Messel entdeckt.

Messel/Frankfurt - Im UNESCO-Welterbe Grube Messel in Südhessen sind die ältesten bekannten Fossilien einer Pythonart entdeckt worden. Forschern der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt und der Universität im brasilianischen São Paulo zufolge sind die Schlangen rund 47 Millionen Jahre alt. Der Fund der etwa ein Meter langen, nahezu vollständig erhaltenen versteinerten Skelette lasse den Ursprung der Riesenschlangen in Europa vermuten, teilte die Senckenberg Gesellschaft gestern mit.

Anders als heute habe die Ur-Python mit ihren anatomisch sehr ähnlichen Verwandten, den Boaschlangen, in einem Ökosystem zusammengelebt. Die These, dass beide Schlangenfamilien miteinander konkurrieren würden, müsse daher überdacht werden.

Paläontologe Frey gibt den Namen

»Zur Zeit des Eozäns, also vor etwa 47 Millionen Jahren, gab es diese Schlangen demnach schon in Europa. Unsere Analysen zeigen, dass sie sich auch hier entwickelt haben«, sagte der Frankfurter Paläontologe Krister Smith.

Benannt ist die neue Pythonart »Messelopython freyi« nach dem Fundort und dem Paläontologen Eberhard Frey vom Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe. Frey habe nicht umsonst den Spitznamen »Dino« und sei durch seine präzisen Studien zu fossilen Reptilien weltweit bekannt. Mit der Namensgebung wolle man seine Leistungen auf dem Feld der Paläontologie ehren, teilte die Senckenberg Gesellschaft mit.

Pythons zählen heute mit einer Länge von bis zu sechs Metern zu den größten Schlangen der Welt und leben vorwiegend in Afrika, Süd- und Südostasien sowie in Australien. Das von der deutschen UNESCO-Kommission als »Fenster zur Urzeit« bezeichnete Areal Grube Messel ist seit 25 Jahren Welterbe. Die in den Ölschiefer eingepressten und konservierten Funde zeigen, wie die Welt vor Millionen Jahre in der damals tropischen Region aussah. Mit mittlerweile mehreren Zehntausend Fossilien-Funden können Wissenschaftler ein relativ genaues Bild der damaligen Lebenswelt und des Klimas zeichnen. dpa

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