21. April 2021, 20:52 Uhr

Abi unter Corona-Bedingungen gestartet

21. April 2021, 20:52 Uhr

Wiesbaden - Geöffnete Fenster, noch mehr Platz als üblich sowie griffbereite Masken und Corona-Tests - für 23 500 Schülerinnen und Schüler sind die schriftlichen Abiturprüfungen am Mittwoch in Hessen unter ganz besonderen Bedingungen gestartet. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) zollte dem Prüfungsjahrgang daher auch besonderen Respekt: »Ihr seid nicht der Corona-Jahrgang. Und wenn doch, dann nur im positiven Sinne«, betonte der Minister kurz vor Beginn der schriftlichen Prüfungen. »Denn wer in diesem Jahr das Abitur schreibt, der wird die Prüfungen unter einmaligen Bedingungen gemeistert und sein Können unter Beweis gestellt haben.«

An insgesamt 269 Schulen im Land werden die Prüfungen für das Landesabitur 2021 abgelegt. Alle Prüfungen finden unter den besonderen Corona-Bedingungen mit Abstands- und Schutzmaßnahmen statt. Die Schüler haben die Möglichkeit, sich vorher selbst mit einem Stäbchen auf das Virus zu testen. Wer das nicht möchte, muss eine medizinische Maske tragen.

Wegen der besonderen Bedingungen erhalten die Prüflinge nach Angaben des Kultusministeriums in diesem Jahr auch zusätzliche Zeit, die sie im Rahmen der Prüfung individuell nutzen können. Die Schulen haben zudem für jedes Prüfungsfach einen zusätzlichen Aufgabenvorschlag erhalten. Damit sollte jede Lehrkraft die Möglichkeit bekommen, vor dem Hintergrund des Kenntnisstands ihrer Schüler eine entsprechende Vorauswahl zu treffen.

Dass das ein wichtiger Aspekt für die Prüflinge ist, betonte Landesschulsprecher Dennis Lipowski: Sorgen mache den angehenden Abiturienten, dass in manchen Fächern das Detailwissen bei der Vermittlung des Unterrichtsstoffs fehle. Durch den relativ großen Anteil des Präsenzunterrichts sei es zwar geschafft worden, inhaltlich alles für die Abiturprüfungen grob abzudecken, sagte Lipowski der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. »An manchen Punkten fehlt halt einfach die Tiefe. Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass man dann nicht die Punkte holt.«

Für die Abiturprüfungen unter Corona-Bedingungen sieht der Landesschulsprecher die Schulen jedoch gewappnet. Die Abschlussklassen hätten relativ viel Präsenzunterricht in der Schule gehabt. »Deswegen kennen wir die Situation ja schon.« Sicherheitsbedenken seien daher nicht der große Punkt bei den Abiturprüfungen.

Auch der Vorsitzende des Berufsverbands Hessischer Schulpsychologinnen und Schulpsychologen, Ludger Busch, betonte die besondere Situation für die angehenden Abiturienten. Die Abschlussjahrgänge seien zwar gegenüber den jüngeren Schülern privilegiert gewesen, weil sie größtenteils Präsenzunterricht gehabt hätten. Allerdings seien Freizeitaktivitäten, soziale Kontakte und persönliche Treffen eingeschränkt gewesen. »Da hat sicher ein Ausgleich gefehlt«. Das betreffe auch die Arbeit in Lerngruppen und der Austausch mit Gleichgesinnten. dpa

Schlagworte in diesem Artikel

  • Abitur
  • Abiturientinnen und Abiturienten
  • Abschlussklassen
  • Alexander Lorz
  • CDU
  • Kultus- und Bildungsminister
  • Schulen
  • Schulpsychologen
  • DPA
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen