05. Juni 2020, 21:07 Uhr

Ziel: Den Dialog fördern

05. Juni 2020, 21:07 Uhr
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Von DPA
Die Ausstellung im Weltkulturenmuseum wurde zusammen mit der Organisation Sea Watch organisiert. FOTO: DPA

- Nicht Kunst oder Ethnologie, sondern die Versuche, Menschen vor dem Tod im Mittelmeer zu bewahren, stehen im Mittelpunkt einer neuen Ausstellung im Frankfurter Weltkulturenmuseum: Seit gestern wird mit Fotografien, Zeichnungen und dokumentarischen Videopräsentationen die Arbeit der zivilen Seenotrettung in den vergangenen fünf Jahren vorgestellt. »Es geht auch um die moralische Frage, was ein Menschenleben wert ist«, sagte Museumsdirektorin Eva Raabe bei der Vorstellung der Ausstellung, die bis zum 30. August geöffnet ist und zusammen mit der Organisation Sea Watch organisiert wurde.

Die Ausstellung möchte nach Angaben von Kuratorin Leonie Neumann einen Dialog zum Thema Seenotrettung öffnen und die humanitäre Krise an Europas Außengrenzen skizzieren. Kurzfilme erklären, wie die Organisation im Mittelmeer operiert, welche Hürden Europa den zivilen Rettern stellt und nach welchen Rechten und Gesetzen ein Rettungseinsatz abläuft. Fotos zeigen die erste Fahrt in einem alten Kutter und die zunehmende Professionalisierung der Retter, volle Flüchtlingsboote, Gerettete, aber auch das Schicksal derjenigen, denen nicht geholfen werden konnte. In symbolischen Todesanzeigen wird in einem Raum der Ausstellung an die knapp 16 000 Menschen, die nach Angaben der Organisation in den vergangenen fünf Jahren auf dem Weg nach Europa im Mittelmeer ertranken.

Die Bedeutung einer Ausstellung zum Thema der Seenotrettung unterstrich auch die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl. »Das Versagen der Europäischen Union bei der Seenotrettung im Mittelmeer ist völlig aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit geschwunden«, sagte Geschäftsführer Günter Burkhardt. dpa



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