23. Januar 2020, 20:48 Uhr

Zeichen stehen auf Neubau

23. Januar 2020, 20:48 Uhr
Ein Neubau der Städtischen Bühnen käme Frankfurt billiger als eine Sanierung. Das sagt der Prüfbericht. FOTO: DPA

- Zwischen 800 Millionen und eine Milliarde Euro - diese Summe kommt auf die Stadt Frankfurt zu, wenn sie Schauspiel und Oper in die Zukunft führen will. Ein Neubau der Städtischen Bühnen wäre dabei billiger als eine Sanierung. Das ist das Ergebnis des Prüfberichts der Stabsstelle Zukunft der Städtischen Bühnen, der am Donnerstag vorgestellt wurde. Eine politische Entscheidung ist damit aber noch nicht gefallen.

Schon 2017 hatte eine Machbarkeitsstudie Kosten von mindestens 800 Millionen Euro errechnet. Seither sind die Preise gestiegen, heute wäre es laut Stabsstelle mindestens eine Milliarde. Damals wurden drei Szenarien durchgerechnet, nicht aber eine reine Sanierung der bestehenden Gebäude. Diese Option bezog die 2018 gegründete Stabsstelle nun mit ein. Damit liegen jetzt vier Varianten auf dem Tisch, die nun der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt werden.

Eine Basissanierung (1) käme laut Prüfbericht auf 826,3 Millionen Euro. Eine Sanierung mit Verbesserungen (2) würde 918,3 Millionen Euro kosten. Für den Neubau gibt es zwei Optionen. In einem Fall würden beide Bühnen während der Bauzeit ausgelagert und zögen danach gemeinsam zurück an den Willy-Brandt-Platz (3) - das würde laut Stabsstelle 874,9 Millionen Euro kosten. Im anderen Fall zöge ein Haus dauerhaft in einen Neubau an anderer Stelle (4) - das würde 809,3 beziehungsweise 859,1 Millionen Euro kosten, je nachdem ob Schauspiel oder Oper in ein Übergangsquartier gingen.

»Die Hoffnung, dass eine Sanierung günstiger wäre, hat sich nicht bestätigt«, sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD). »Ich schlage in aller Klarheit eine Neubaulösung vor.« Das Beste wäre aus ihrer Sicht, zuerst ein neues Opernhaus zu bauen und für das Schauspiel eine Übergangslösung zu suchen, dann das Gebäude am Willy-Brandt-Platz abzureißen und dort einen Neubau für das Schauspiel zu errichten.

Der Leiter der Stabsstelle, Michael Guntersdorf, sieht das genauso. Er hält die Basissanierung für die schlechteste Option: »sehr hohe Kosten für ein ganz schlechtes Ergebnis«. Auch in Variante zwei würde man nur »gutes Geld schlechtem hinterherwerfen«. Gegen Variante drei spreche, dass Kosten für zwei Zwischenlösungen anfielen - eine Sanierung bei laufendem Betrieb sei nicht möglich. Option vier - zwei Neubauten an zwei Standorten - sei die beste Lösung: Die Kosten seien niedriger, die Planungssicherheit höher, die Bauzeit kürzer.

Dass etwas geschehen muss, daran lässt der Prüfbericht keinen Zweifel. Das Gebäude sei »desolat«, die Technik »steinzeitlich«. FOTO: DPA

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