Hessen

ZOV gibt grünes Licht für Breitband-Gesellschaft

Friedberg (süd/bf). Freie Fahrt für den Breitbandausbau: Der Zweckverband Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV) hat grünes Licht für die Gründung einer neuen Breitbandinfrastrukturgesellschaft Oberhessen gegeben. Sie soll Glasfaserkabel für schnelles Internet in der Wetterau und im Vogelsberg verlegen.
18. Dezember 2013, 11:48 Uhr
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Verbandsvorsitzender Karl-Heinz Schneider gibt seinen Jahresbericht, Ottmar Lich (links) und Claus Spandau (rechts) sowie Rosa Maria Bey hören zu. (Foto: pm)

Der ZOV hält an der neuen Gesellschaft 51 Prozent, der Wetteraukreis 30, der Vogelsbergkreis 19 Prozent. Kommunen, die Interesse an der schnellen Internetverbindung haben, können als Gesellschafter beitreten.

 

Vertrag unterzeichnet

»Es ist natürlich zu wünschen, dass sich möglichst viele Kommunen daran beteiligen, denn umso solider ist das wirtschaftliche Fundament, um so effektiver sind die Möglichkeiten der Gesellschaft«, sagte ZOV-Geschäftsführer Rolf Gnadl. Vordringliche Aufgabe der neuen Gesellschaft werde das Austarieren eines Konzeptes für den Breitbandausbau sein. Die Planung sehe vor, dass 2014 die Vertragsverhandlungen über einen künftigen Partner abgeschlossen und erste Aufträge vergeben werden, erklärte ZOV-Geschäftsführer Rainer Schwarz. Es soll zügig vorangehen. »Ziel ist es, den Ausbau bis 2017 abzuschließen«, sagte der designierte Geschäftsführer der neuen Gesellschaft, Claus Spandau aus Laubach.

Der Vertrag zur Gründung der Breitbandinfrastrukturgesellschaft Oberhessen wurde am Montag beim Notar unterzeichnet. Wie Spandau, der stellvertretender Verbandsvorsitzender des ZOV ist, im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung erläuterte, übernimmt er die Geschäftsführertätigkeit ab dem 1. Januar nur vorübergehend, bis Personal für die Gesellschaft gefunden und eingestellt ist. Seine Tätigkeit in Wiesbaden als Geschäftsführer des Kompetenzzentrums für Interkommunale Zusammenarbeit wird er behalten.

Bei der Sitzung des Zweckverbands hat Verbandsvorsitzender Karl-Heinz Schneider zudem eine »zufriedenstellende Bilanz« des Jahres 2013 gezogen. Aufgrund der gestiegenen Kosten der vorgelagerten Netzbetreiber habe die Ovag in diesem Jahr rund 4,2 Millionen Euro mehr zahlen müssen. Dies gehöre (wie die EEG-Umlage) »zu jenem Teil von Kosten, der mehr und mehr steigt, der von uns nicht zu beeinflussen ist«, begründete Schneider die Strompreiserhöhung für die Ovag-Kunden. Ebenso unbefriedigend für ihn: Die von der Bundesnetzagentur genehmigten Erlöse genügten keineswegs, um den gesellschaftlich gewollten Netzausbau finanzieren zu können. »Vielmehr werden die Netzbetreiber mit solchen Beschlüssen in die roten Zahlen getrieben.«

Zur VGO, für die der neue Nahverkehrsplan verabschiedet wurde, sagte Schneider, auf Initiative der Verkehrsgesellschaft sei es überhaupt erst möglich geworden, den Papier-Fahrkartenverkauf über das bestehende Hintergrundsystem des RMW zu realisieren. Dies werde nun auch von anderen Verkehrspartnern genutzt. Dadurch könnten erhebliche Einsparungen gegenüber der Anschaffung eines neuen Busdrucker-Systems erzielt werden.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/hessen/Hessen-ZOV-gibt-gruenes-Licht-fuer-Breitband-Gesellschaft;art189,87440

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