11. Dezember 2013, 14:37 Uhr

Webserie »Number of Silence« auch in Gießen gedreht

Gießen (fd). Ein Toter auf dem Wetzlarer Domplatz, umgebracht direkt vor den Augen von Nina Novak: Mit einem Mord startet die Mystery-Webserie »Number of Silence« morgen in ihre erste Staffel.
11. Dezember 2013, 14:37 Uhr
Auch lokale Schauspielgrößen wie Harald Pfeiffer spielen mit. (Foto: Dobago)

Auch in Gießen wurde gedreht, doch in den Episoden verschmelzen die beiden Städte zu einer, fremde Kulissen werden dazwischen montiert. So geht es aus Wetzlar, wo nun Flugzeuge starten, mal eben über die Gießener Südanlage zum Hotel Heyligenstaedt, hinter dem sich Hochhäuser auftürmen. Lahnstadt 2.0 mit Skyline also.

»Wir wollten, dass man die Orte kennt, trotzdem aber alles ein wenig befremdlich wirkt«, erläuterte Regisseur und Drehbuchautor Csongor Dobrotka am Montag bei der Uraufführung im Rathaus.

Kaum ein Wort wird gesprochen in der ersten, mit rund 20 Minuten recht kurzen Folge. »Bei anderen Formaten bekommt der Zuschauer häufig zu viel geliefert. Hier muss er nun selbst nachdenken«, meinte Dobrotka, der für seinen Film »Trennschärfe« bereits für den Hessischen Filmpreis nominiert war. Auch die Chronologie der Episoden, die nach und nach veröffentlicht werden, dann aber gesammelt im Internet abrufbar sind, muss sich der Zuschauer selbst finden: »Man kennt das aus ›Lost» oder anderen Serien: Unser Hirn ist in der Lage, sich die Chronologie der Handlung zusammenzusetzen, obwohl wir hin- und herspringen«, erklärte Peter Gerst, der sowohl als Produzent als auch als Schauspieler firmiert. Der Zuschauer sei in der gleichen Situation wie ein Polizist in einem klassischen Krimi: Er beginnt irgendwo mit seinen Ermittlungen und löst das Rätsel mit den Informationen, die er im Laufe der Zeit zusammenträgt. So war auch etwa die erste Episode – jene also, die ab morgen zu sehen ist – eigentlich als zweite geplant.

Kein Honorar für Beteiligte

Knapp 200 000 Euro hätten in das Projekt einfließen müssen, so die Beteiligten. Gefördert wurde »Number of Silence« allerdings lediglich mit 5000 Euro aus dem Kulturfonds Gießen-Wetzlar. »Die Umsetzung funktionierte nur, weil keiner der zwischen 60 und 70 Beteiligten ein Honorar bekommen hat«, verriet Gerst. Umso erstaunlicher, dass auch in Gießen bekannte Gesichter wie Petra Soltau und Harald Pfeiffer – beide regelmäßig im Stadttheater zu sehen – in der Mystery-Webserie auftauchen. Die Technik wurde von der heimischen Produktionsfirma »Dobago« zur Verfügung gestellt, deren Geschäftsführer wiederum Dobrotka ist.

Der Nachteil des geringen Budgets für die Zuschauer: Die einzelnen Episoden – geplant sind neun in der ersten Staffel, zwei weitere Staffeln sollen folgen – erscheinen im recht großen Abstand von ein bis zwei Monaten. So besteht die Gefahr, dass das Interesse schwindet. »Es steckt eine Menge Arbeit dahinter, die wir aber in unserer Freizeit machen, weil wir auch noch unseren Lebensunterhalt verdienen müssen«, begründete Gerst gestern im Rathaus. Für die Zuschauer ergebe sich daraus andererseits auch wieder ein Vorteil: »Es wird Rückmeldungen geben. Weil die erste Staffel noch nicht durchproduziert ist, können wir auf Anregungen eingehen, ohne natürlich die Rahmenhandlung aus dem Auge zu verlieren.«

Wurden erst einmal ein paar Episoden veröffentlicht, so wollen die Beteiligten sie gesammelt in einem der Gießener Kinos zeigen. »Wenn dann alles fertig ist, möchten wir das Material sogar auch für einen etwa 90-minütigen, dann abgeschlossenen Kinofilm nutzen«, verriet Produzent Gerst.

Was als Mord auf dem Wetzlarer Domplatz beginnt, wird zur Suche von drei Protagonisten – gespielt von Magdalena Kaim, Gunnar Seidel und Peter Gerst – nach Wahrheit und Wirklichkeit. Los geht’s mit der ersten Episode morgen, dem 11.12.13 um 14.15 Uhr, im Internet unter www.numberofsilence.com.

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