31. August 2012, 19:03 Uhr

Vier weitere »Botschafter« repräsentieren Mittelhessen

Marburg (sel). Das Congresszentrum »Rosenpark« bot den würdigen Rahmen für den mittlerweile sechsten Parlamentarischen Abend des mittelhessischen Regionalmanagements »MitteHessen«.
31. August 2012, 19:03 Uhr
Die mit viel Beifall begrüßte Schauspielerin Gisela May, geboren in Wetzlar, mit ihrem Laudator Alexander Leiffheidt. (Foto: sel)

Dessen Vorsitzender Regierungspräsident Dr. Lars Witteck verbreitete in seiner Eröffnungsrede vor knapp 200 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Zuversicht im Blick auf die Zukunft des Regionalmanagements als Mittel zum Zweck und der Region, um deren Entwicklung und Wohlergehen es bei allen Bemühungen und Anstrengungen gehe. »Mittelhessen hat hervorragende Voraussetzungen für eine weitere wirtschaftliche Entwicklung«, sagte Witteck und nannte zur Begründung besonders die Zahl von 60 000 Studenten, die hier an den Universitäten und Hochschulen studieren »und Mittelhessen damit in eine einzigartige Bildungsregion verwandeln«. Es ist laut dem Vorsitzendem »der Grad der Bildung, der künftig nicht nur über den Erfolg von Individuen entscheidet, sondern über das Ergehen ganzer Regionen – und dabei sind wir bestens aufgestellt.« Aber auch die geografische Lage in der Mitte Hessens und die gleichzeitige unmittelbare Nähe zur Metropolregion Rhein-Main, die vielfältigen und hochinnovativen Unternehmen in der Region sowie die attraktiven und lebenswerten Städte und Gemeinden verstärken die Entwicklungschancen, meinte Witteck.

Verkehrsinfrastruktur ausbauen

Hessens Staatsminister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Florian Rentsch, lobte Mittelhessen als »tolle Region«, wirtschaftlich stark und wettbewerbsfähig, kulturell vielfältig und in Sachen Bildung beispielhaft. Gerade die Investitionen des Landes in die Bildungsregion Mittelhessen seien von nachhaltiger Wirkung, weil auch die Wirtschaft davon profitiere. Ohnehin sieht Rentsch in einem funktionierenden Netzwerk Hochschulen-Wirtschaft »das beste Konjunkturprogramm«, ebenso wie eine gute Wirtschaftspolitik zugleich immer auch gute Bildungspolitik sei. Dem Regionalmanagement bescheinigte der Minister, »die Akteure erfolgreich zu vernetzen«, was auf Dauer wichtiger und wirkungsvoller sei als der stete Ruf nach Geld.

Zur Wettbewerbsfähigkeit trage auch die Verkehrsinfrastruktur bei, die es zu erhalten und – Stichworte A 49/B 49/B 252 – auszubauen gelte. Die Verkehrswege Hessens, dem »Durchgangsland Nummer eins in Deutschland«, werden laut Rentsch stärker genutzt und beansprucht als alle anderen in der Republik, was auch bei der Förderpraxis des Bundes Berücksichtigung finden müsse.

Ihn plagten »ernsthafte Sorgen um die Energiewende«, ließ Rentsch die Gäste im Congresszentrum wissen. Es gelte, »von einer emotionalen zu einer rationalen Energiewende« zurückzukehren, den Versuch der Berliner Regierung zu beenden, »ein krankes System mit immer neuen Ausnahmeregelungen am Leben zu erhalten« und stattdessen marktwirtschaftliche Elemente in die Energiewende einzubringen. Es gehe keinesfalls an, dass am Ende überwiegend der Verbraucher die Sache bezahlen müssen. Zudem müsse die Energiewende auf europäischer Ebene abgestimmt und vorangetrieben werden. Rentsch verwies auf die Tatsache, dass 40 Prozent der weltweit installierten Photovoltaikanlagen in Deutschland arbeiteten. Der Minister meinte, dass es mit den richtigen Entscheidungen und Weichenstellungen gelingen kann, »die Strompreise stabil zu halten und dennoch die Energiewende zu schaffen«.

Höhepunkt des Parlamentarischen Abends war die Vorstellung von vier neuen »Botschaftern der Region Mittelhessen«, womit deren Riege auf insgesamt 18 angewachsen ist. Die »Neuen« sind die 88-jährige Schauspielerin Gisela May, geboren in Wetzlar, die 19-jährige Sängerin Selina Müller, geboren in Ehringshausen, der 63-jährige Wissenschaftler Prof. Dr. Peter Guss, geboren in Alsfeld, und der traditionsreiche Handballverein TV Hüttenberg.

Gisela May, Schauspielerin und Diseuse, geboren 1924 in Wetzlar als Tochter eines Schriftstellers und einer Schauspielerin, laut Laudator Alexander Leiffheidt, Chefdramaturg des Hessischen Landestheaters Marburg, eine »veritable Berühmtheit«, absolvierte die Schauspielschule in Leipzig, ab 1931 Engagement am »Deutschen Theater« in Berlin, 1962 Wechsel zum »Berliner Ensemble«, dem sie 30 Jahre lang angehörte. Schauspielerischer Höhepunkt in der Verkörperung der »Mutter Courage«, vom Komponisten Hans Eisler als Diseuse entdeckt und in vielen Bühnenrollen erfolgreich. In der ZDF-Serie »Adelheid und ihre Mörder« spielte Gisela May von 1993 bis 2007 die Mutter von »Adelheid«.

Freches Mädchen und Hessebub

Selina Müller gewann beim Hessentag 2005 in Weilburg den Gesangswettbewerb »Top of the Cops«, hatte im gleichen Jahr ihren ersten TV-Auftritt, gewann 2006 den Kinderkanal-Wettbewerb »Beste Stimme gesucht« und veröffentlichte 2007 ihre erste Single mit dem Titel »Dein Tag«. Gleichfalls 2007 übernahm sie die Hauptrolle der »Hanna« in »Freche Mädchen« an der Seite von Armin Rohde und Anke Engelke. Müller wurde präsentiert von Johannes Quiring, ihrem ersten Gesangslehrer.

Der Turnverein 05/07 Hüttenberg ist seit vielen Jahrzehnten ein Markenzeichen der Region in Sachen Handball, in seiner heutigen Form entstanden 1969 durch den Zusammenschluss der beiden Nachbarvereine TV Hochelheim und TV Hörnsheim, die ihrerseits bereits zu Feldhandballzeiten zur deutschen Spitze zählten. Der Verein wurde von Sportredakteur Albert Mehl vorgestellt.

Professor Peter Gruss, geboren 1949 in Alsfeld, ist Zellbiologe und seit 2002 Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. Der neue Mittelhessen-Botschafter konnte aus Termingründen nicht persönlich beim Parlamentarischen Abend in Marburg anwesend sein, grüßte aber per Videobotschaft und ließ dabei das Publikum unter anderem wissen, dass der sich »als Hessebub« freue, Botschafter seiner Heimatregion sein zu dürfen. Laudator war Regierungspräsident Witteck.

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