05. April 2019, 22:03 Uhr

Verschärfte demografische Lage

05. April 2019, 22:03 Uhr

Berlin (dpa/lhe). Bei den Bevölkerungszahlen in Hessen wird sich einer aktuellen Studie zufolge die Kluft zwischen der boomenden Rhein-Main-Region und ländlichen Gebieten in Nord- und Mittelhessen vertiefen. »Die Metropolregion rund um die Bankenstadt Frankfurt am Main, von Wiesbaden bis Darmstadt, wächst und wird auch weiter wachsen«, heißt es in der am Freitag vorgestellten Analyse des Berlin-Instituts. »In den abgelegenen Regionen Nord- und Mittelhessens sieht es anders aus. Dort ist auch zukünftig mit zum Teil großen Einwohnerverlusten zu rechnen.«

Vor allem in Nordhessen könne dies für einen Mangel an Arbeitskräften sorgen, schreiben die Autoren der Studie. Während andernorts fehlende Jobs für die Landflucht vor allem junger Menschen verantwortlich gemacht würden, wolle der Arbeitsmarkt dort nicht in dieses Bild passen. Zwischen 2008 und 2015 sei die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Regierungsbezirk Kassel um mehr als zwölf Prozent gestiegen – und damit stärker als in der Mitte oder im Süden des Bundeslandes.

»Zu der guten Arbeitsmarktlage in Nordhessen trägt die seit Langem dort ansässige Mobilitätswirtschaft bei«, heißt es in der Untersuchung mit Verweis etwa auf das Volkswagenwerk in Baunatal. »Was diesen Unternehmen künftig fehlen könnte, sind die Arbeitskräfte.«

Die Studie mit dem Titel »Die demografische Lage der Nation« ist die vierte Fortschreibung des unabhängigen Berlin-Instituts zu diesem Thema – nach 2004, 2006 und 2011.

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