24. Oktober 2019, 21:22 Uhr

Umwege und Ausfälle

Mit dem Auto an diesem Sonntag in die Frankfurter Innenstadt zu fahren, ist keine gute Idee. Mehr als 25 000 Läufer sind dort beim Marathon auf den Straßen unterwegs. Probleme könnte zudem die Anreise per Bahn bereiten.
24. Oktober 2019, 21:22 Uhr
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Aus der Redaktion
Der Frankfurt-Marathon wird am Sonntag wohl für spürbare Verkehrsbehinderungen in Hessens größter Stadt sorgen. (Foto: dpa)

Der Frankfurt-Marathon wird an diesem Sonntag (27. Oktober) wohl für spürbare Verkehrsbehinderungen in Hessens größter Stadt sorgen. Wegen des Sportevents werden in der Innenstadt zeitweise zahlreiche Straßen gesperrt. »Es kann deshalb zu erheblichen Verkehrsbehinderungen kommen, sodass Verkehrsteilnehmer längere Fahrzeiten und Umwege einplanen müssen«, teilte die Frankfurter Polizei mit.

Im Nahverkehr gelten aufgrund der Streckensperrungen zum Teil andere Fahrpläne, zahlreiche Busse und Straßenbahnen fallen aus. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) empfiehlt Fahrgästen daher, sich vorab im Internet über Verbindungen zu informieren. Zusätzlich setzt der RMV auf vielen Linien ab dem Sonntagmorgen mehr U-Bahnen und S-Bahnen ein.

Wer bereits am heutigen Freitag oder am Samstag per Bahn zum Marathon anreist, muss sich auf zusätzliche Störungen einstellen. In Vorbereitung für die Inbetriebnahme der S-Bahn-Strecke zu Gateway Gardens nahe des Frankfurter Flughafens müssen gleich mehrere der elektronischen Stellwerke angepasst werden - und diese leiten den Betrieb im wichtigsten ICE-Knoten Deutschlands. Nach Angaben der Bahn fahren zwei Drittel der Fernverkehrszüge durch die Mainmetropole.

Die Sperrung verläuft in drei Phasen:

Los geht es am heutigen Freitag ab 19.30 Uhr mit einer Vollsperrung der Strecke zwischen Flughafen und Hauptbahnhof.

Samstagfrüh von 2.30 bis 9.30 Uhr sind dann der Hauptbahnhof und sämtliche Zulaufstrecken dicht, ebenso der City-Tunnel der S-Bahn.

Die Bahnstrecke nach Höchst inklusive S1 und S2 bleibt anschließend noch bis 14.30 Uhr gesperrt. Während der Kernzeit der Sperrung enden nicht nur Regionalzüge am Stadtrand oder sogar in benachbarten Orten.

Fluggäste und Flughafenmitarbeiter trifft es also besonders intensiv. Doch nicht nur die: Schon zum Europa-League-Spiel der Frankfurter Eintracht am Donnerstag rollten weniger S-Bahnen, da bereits seit Mittwochabend die S8-Kurzfahrten zwischen Hauptbahnhof und Kelsterbach ausfallen. Die übrigen S-Bahnen, die Straßenbahnlinien 20 und 21 sowie zusätzliche Busse ab Südbahnhof rollen regulär.

Im Fernverkehr halten während der Sperrzeit viele Züge am Südbahnhof statt am Hauptbahnhof. Besonders die Verbindungen der ICE-Achsen von Hamburg und Berlin in die Schweiz und nach München nutzen diese Möglichkeit. Das gilt ebenso für die Linie Hamburg-Friedberg-Karlsruhe, deren Züge zusätzlich auch in Hanau halten.

Andere Fernverkehrslinien müssen das Stadtgebiet umkurven. So halten die ICE-Züge der Verbindung Dortmund-München alternativ in Wiesbaden und dann erst wieder in Aschaffenburg. Züge der Strecke von Köln/Koblenz nach Nürnberg stoppen zwischen Mainz und Aschaffenburg nicht. Züge nach Amsterdam und Brüssel fallen zwischen Frankfurt und Köln aus, jene nach Paris verkehren erst ab Mannheim. ICEs Richtung Leipzig und Dresden entfallen teilweise zwischen Frankfurt und Fulda.

50 Busse als Ersatz

Ohne Hauptbahnhof als Herz des Bahnverkehrs im Rhein-Main-Gebiet sind auch Regional- und S-Bahn-Verkehr stark betroffen. Deren Züge enden an den letzten noch erreichbaren Stationen vor dem gesperrten Bereich. Damit Fahrgäste weiterkommen, stellt die Bahn einen umfangreichen Ersatzverkehr mit Bussen auf die Straße. »Es werden in der Spitze bis zu 50 sein«, erklärt eine Sprecherin der Bahn. Zwischen Flughafen und Hauptbahnhof rollen Busse sogar im Fünf-Minuten-Takt. Verstärkt wird auch der U-Bahn-Verkehr: »Wir erhöhen am 26. Oktober zwischen 2.30 und 9.30 Uhr die Kapazität auf den Linien U1, U2 und U4«, erklärt Bernd Conrads, Sprecher der Verkehrsgesellschaft VGF, »durch Anhängen eines zusätzlichen Wagens, sodass in der Nacht und am Morgen Drei-Wagen-Züge im Einsatz sind.«

2005 hatte es letztmals eine ähnliche Einschränkung gegeben: Seinerzeit hatte die Bahn ein neues elektronischen Stellwerk für den Hauptbahnhof in Betrieb genommen. Mehrere Wochenenden lang wurden dafür ganze Gleisgruppen in der Station gesperrt, davon betroffene Züge hielten oder endeten ebenfalls an umliegenden Bahnhöfen.



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