Hessen

»Überraschend deutliche Dominanz«

Frankfut (dpa/lhe). Das Strahlen vom Wahlabend dürfte dem Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) auch am Montag bei der Studie der ersten Wahlanalyse nicht vergangen sein. Er muss zwar am 11. März in einer Stichwahl gegen die frühere Finanzstaatssekretärin Bernadette Weyland (CDU) antreten. Mit einem Wahlergebnis von 46 Prozent im ersten Wahlgang am Sonntag führt der 59-Jährige aber mit einem satten Vorsprung vor Weyland, die 25,4 Prozent der Wählerstimmen erhielt. Während Feldmann 41 Stadtteile für sich gewinnen konnte, siegte Weyland lediglich in drei Stadtteilen. Feldmann habe die Wahl »überraschend deutlich dominiert«, heißt es in der Analyse.
26. Februar 2018, 22:08 Uhr
DPA

Frankfut (dpa/lhe). Das Strahlen vom Wahlabend dürfte dem Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) auch am Montag bei der Studie der ersten Wahlanalyse nicht vergangen sein. Er muss zwar am 11. März in einer Stichwahl gegen die frühere Finanzstaatssekretärin Bernadette Weyland (CDU) antreten. Mit einem Wahlergebnis von 46 Prozent im ersten Wahlgang am Sonntag führt der 59-Jährige aber mit einem satten Vorsprung vor Weyland, die 25,4 Prozent der Wählerstimmen erhielt. Während Feldmann 41 Stadtteile für sich gewinnen konnte, siegte Weyland lediglich in drei Stadtteilen. Feldmann habe die Wahl »überraschend deutlich dominiert«, heißt es in der Analyse.

Dabei konnte Feldmann auch in den CDU-Hochburgen deutlich punkten, sagte der für das Statistikamt zuständige Baudezernent Jan Schneider (CDU). Feldmann habe deutlich besser abgeschnitten als seine Partei bei der Kommunalwahl 2016 – damals kam die SPD lediglich auf 23,8 Prozent der Wählerstimmen. Auch im Vergleich zur OB-Wahl im Jahr 2012 konnte Feldmann deutlich mehr Wähler überzeugen. Vor sechs Jahren erhielt er im ersten Wahlgang 33 Prozent der Wählerstimmen.

Die Auswertung des Wählerverhaltens zeigt: Feldmann konnte mehr als 90 Prozent der SPD-Wähler halten und einen deutlichen Zuwachs bei Wählern anderer Parteien verbuchen. Die Wähler der in Frankfurt traditionell starken Grünen etwa hätten sich in großen Teilen für Feldmann entschieden oder seien gar nicht wählen gegangen, heißt es in der Wahlanalyse. Weyland hingegen konnte bei ehemaligen FDP-Wählern punkten, zeigte die Auswertung. Darüber hinaus verlor sie aber auch CDU-Wähler an Feldmann.

Beide Kandidaten kämpferisch

Nach der Wahl ist vor der Stichwahl – nach diesem Motto hängte Feldmann bereits am Sonntagabend die neuen Wahlplakate auf. »Wie immer kämpferisch und optimistisch« wolle er die neue Wahlkampfrunde angehen, versicherte er. Weyland wiederum gab sich auf Twitter kampfeslustig: »25,4 Prozent sind ein Auftrag. Packen wir’s an!«

Feldmann wie auch Weyland dürften die letzte Frankfurter Oberbürgermeisterwahl im Blick haben, wenn sie sich auf dem bisher erreichten nicht ausruhen wollen. Denn damals war Feldmann nicht der Favorit, sondern lag mit 33 Prozent der Wählerstimmen hinter dem CDU-Kandidaten Boris Rhein zurück. Der führte allerdings mit 39,1 Prozent keinesfalls so deutlich wie Feldmann derzeit vor Weyland.

Überraschungen bei der Stichwahl seien generell noch möglich, wenn etwa die SPD-Wähler angesichts des großen Feldmann-Vorsprungs bei der Stichwahl nicht wählen gingen, sagte der Politikwissenschaftler Wolfgang Schroeder von der Universität Kassel. »Die Gefahr eines stark vorne liegenden Kandidaten ist die Demobilisierung des eigenen Lagers.« Umgekehrt könne die im ersten Wahlgang klar zurückliegende Kandidatin noch einmal besonders stark versuchen, neue Wähler zu mobilisieren.

Dass sich aufgrund von möglichen Wahlempfehlungen etwa der Linke-Kandidatin Janine Wissler und von Nargess Eskandari-Grünberg (Bündnis 90/die Grünen) neue Konstellationen zugunsten Weylands ergeben könnten, sei dagegen wenig wahrscheinlich: »Die können vermutlich wenig miteinander anfangen.« Bestünde eine Bündnisfähigkeit der nun ausgeschiedenen Kandidatinnen mit Weyland, ergäbe das dagegen »eine ganz neue Arithmetik«. Die bei der Frankfurter Oberbürgermeisterwahl unterlegenen Kandidaten haben sich bisher mit Empfehlungen für die anstehende Stichwahl weitgehend zurückgehalten.

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