11. Oktober 2017, 22:36 Uhr

Treuepunkte

Treuepunkte-Sammler aufgepasst: So verlieren Sie nie wieder Punkte

Treuepunktekarte vergessen oder gar verloren? Zwei Schüler aus Hanau haben eine App entwickelt, die alles auf dem Smartphone.bündeln soll. Die Idee kam ihnen beim Arzt.
11. Oktober 2017, 22:36 Uhr
Das Smartphone mit der »Cards«-App immer am Mann: Die Jungunternehmer Rohin Patidja (l.) und Onur Sarikaya. (Fotos: gäd)

Ende Juni dieses Jahres kam »Cards« auf den Markt. Rohin Patidja (18) und Onur Sarikaya (17) sind stolz auf ihr Start-up und ihr Produkt, das sich aktuell noch in der Testphase befindet.

Die beiden Schüler sind mit den bisherigen Ergebnissen durchaus zufrieden und erklären das Prinzip der App:

Kauft man in einem Laden in Hanau ein, der dem »Cards«-System angeschlossen ist, wird der Kauf über einen QR-Code erfasst und vom Verkäufer eingescannt.

Idee beim Arztbesuch

Der Kunde erhält dann die vom jeweiligen Unternehmen festgelegte »Belohnung«. Also einen oder mehrere Treuepunkte. Hat der Kunde genügend Punkte beisammen, kann er ein Geschenk einstreichen – einen Rabatt oder ein kostenloses Produkt.

»Treuekarten sind für die Kunden sehr wichtig«, sagt Rohin Patidja. Der 18-Jährige ist bei »Cards« für das Marketing zuständig. Die Idee für die App kam ihm und seinem Freund Onur Sarikaya, als er seine Versichertenkarte beim Arzt vergessen hatte.

»Wir dachten, dass es schon cool wäre, alles in einer App zu bündeln«, erinnert er sich. Aber gleich an die großen Versicherer gehen? »Wir sind beide Fans von kleineren Läden. Zum Beispiel von Restaurants. Sie machen das Flair der Stadt aus«, erklärt Patidja.

400 Menschen nutzten die App

Und so fingen die beiden Schüler der Hanauer Karl-Rehbein-Schule an, die Einzelhändler in Hanau genauer unter die Lupe zu nehmen. Sie konzentrierten sich auf die Gastronomie und dort bevorzugt auf eine jüngere Kundschaft, für die das Smartphone zum täglichen Leben dazugehört.

Neun Läden sind bei »Cards« dabei, um die 400 Menschen nutzen die App bereits. »Es läuft ganz gut«, lautet der lapidare Kommentar der beiden. Eine glatte Untertreibung, hatten Sarikaya und Patidja doch 500 User zum Ende der Testphase im kommenden Februar als Ziel ausgegeben.

 

Wir haben viel gelesen, viel ausprobiert. Je mehr man weiß, desto kreativer kann man sein

Robin Patidja
 

»Die App entstand in anderthalb Monaten. Parallel dazu lief schon das Marketing dafür«, erklärt Onur Sarikaya, der für das Programmieren zuständig ist.

Ihre Kenntnisse haben sich die beiden selbst angeeignet. »Wir haben viel gelesen, viel ausprobiert. Je mehr man weiß, desto kreativer kann man sein«, ist sich Rohin Patidja sicher.

Überhaupt: Wenn man sich mit den beiden Jungunternehmern unterhält, fällt auf, wie strukturiert die beiden denken und wie klar sie ihren Plan verfolgen. Zweifel waren anfangs schon da, »aber es konnte nicht viel schiefgehen«, sagt Onur Sarikaya selbstbewusst.

 

Marketing noch ausbauen

 

In der Testphase geht es für die beiden vor allen Dingen darum, Schwachstellen zu erkennen und auszubügeln. »Von der Idee waren bislang fast alle begeistert, aber wir bekommen auch immer wieder Verbesserungsvorschläge.

Die iPhone-App läuft gut, bei Android müssen wir noch nachjustieren«, sagt Sarikaya. Zudem wollen die beiden das Marketing noch einmal ausbauen. Nicht nur für die App selbst, sondern auch für die Läden, die daran teilnehmen.

Neben der Werbung auf allen gängigen Social-Media-Kanälen sollen die Betriebe auch die Möglichkeit bekommen, mittels der App für ihre Angebote zu werben.

 

Unterstützung durch die Eltern

 

Darin sehen die beiden auch ihre Verdienstmöglichkeit. Die App ist kostenlos, bislang gilt das auch für die Teilnahme der Läden an »Cards«. Nach dem Ablauf der Testphase werde man über verschiedene Modelle nachdenken.

Die Unterstützung der Eltern ist den Schülern indes sicher. »Sie hatten anfangs schon die Befürchtung, dass die Schule darunter leidet. Aber sie stehen voll hinter uns und unserer Idee«, sagen beide unisono.

 

Ausdauer und Disziplin

 

Bis zum Abitur 2019 soll »Cards« auf jeden Fall weiterlaufen. Und hoffentlich darüber hinaus. »Es ist eine aufregende Zeit, die wir sehr genießen«, sagt Sarikaya. Die aber auch mit viel Arbeit verbunden ist. Mehrere Stunden am Tag beschäftigen sich die beiden im Schnitt mit ihrem Projekt.

Und was haben die beiden über ihre bisherige Zeit als Jungunternehmer gelernt? »Man braucht Ausdauer und Disziplin. Dann kann man sich auch seinen Traum erfüllen. Für uns war die App ein solcher Traum.«

 

»Cards« kann in den App-Stores von Apple und Google heruntergeladen werden. Weitere Infos gibt es unter www.c-ards.de.

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