20. Februar 2018, 21:23 Uhr

Tram-Studie mit Lücken

20. Februar 2018, 21:23 Uhr
Der letzte Abschnitt der Pferdebahn von 1911 liegt in einem Hof am Wilhelmsplatz. (Foto: mt)

Die letzten Gleise der alten Marburger Tram liegen noch in einem Seitenhof beim Wilhelmsplatz, etwas unterhalb der Oberstadt. Ob es ein Revival der Straßenbahn für Marburg gibt, das ließ Oberbürgermeister Thomas Spies bei der Präsentation einer Wirtschaftlichkeitsstudie am Dienstag offen.

Um den zunehmenden Verkehr vom Lahntal auf die Lahnberge zu Uni-Campus und Uni-Klinik für die kommenden Jahrzehnte zu meistern, überlegen die Stadtoberen, eine Straßenbahn vom Südbahnhof auf die Lahnberge zu führen. Anfangs ginge es über die Ausfallstraße Großseelheimer Straße, dann auf neuer Trasse durch Wald und Uni-Campus bis zum Klinikum. Rund 40 Millionen Euro an Baukosten veranschlagt die Studie der Karlsruher Verkehrsplaner PTV Transport Consult. Das erscheint Spies zu viel im Vergleich zu anderen Tram-Projekten. Außerdem gebe es in der Studie noch an etlichen anderen Stellen Nachbesserungspotenzial. So möchte das Stadtoberhaupt, dass der Pkw-Verkehr auf die Lahnberge genau erhoben werde. Spies: »Wer fährt von wo nach wo, und wie viele könnten vom Pkw auf die Tram umsteigen.« Das Stadtparlament soll im März weitere Schritte beschließen. So bleibt die Verkehrsplanung in der Lahnstadt weiter umstritten und unklar.

Die Tram-Lösung hätte für manche auch den Charme, dass die Linie bis zum Wilhelmsplatz durchgezogen werden könnte. »Dann hätte auch die Oberstadt einen Anschluss an die Straßenbahn«, meint Spies. Politisch durchsetzten ließ sich dies wahrscheinlich nicht. Unterdessen wollen sich Stadt und Stadtwerke auch andere Optionen offenhalten. Dem Vernehmen nach sind Oberleitungsbusse (O-Busse) ein heißer Favorit. Solch ein O-Bus könnte die alte Ringlinie 7 ersetzen, die über Lahnberge und Innenstadt auch beide Bahnhöfe verbindet. »Der Vorteil ist, dass der Fahrweg schon da ist«, meint Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Kühne.

Die neu einzurichtenden Oberleitungen würden nur dort aufgestellt, wo sie nicht stören, also auf Streckenabschnitten außerhalb der Bebauung. Über die Oberleitung ließen sich die Elektromotoren betreiben und die Akkus laden, damit die Busse in der Innenstadt ohne Oberleitung fahren können. »Das ist einer meiner Wünsche, sagt Spies.

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