06. Juni 2017, 20:44 Uhr

Teil des Aktionsplans

06. Juni 2017, 20:44 Uhr
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Von DPA

Wiesbaden (dpa/lhe). Die hessische Landesregierung will die Geschichte der Opfer des ehemaligen Homosexuellen-Paragrafs 175 aufarbeiten. »Wir werden damit erstmals einen historischen Überblick über diesen Aspekt der hessischen Zeitgeschichte liefern«, erklärte Staatssekretär Jo Dreiseitel (Grüne) am Dienstag in Wiesbaden. Gemeinsam mit dem Verein Schwules* Museum Berlin soll dazu der Zeitraum von 1945 bis 1985 beleuchtet werden. Homosexualität habe damals unter teils drakonischen Strafen gestanden, erklärte Dreiseitel. Auch die Unterdrückung und soziale Ausgrenzung lesbischer Frauen in diesem Zeitraum werde analysiert. Ende des Jahres sind laut Dreiseitel eine Ausstellung, eine wissenschaftliche Publikation sowie eine Fachveranstaltung zu dem Thema geplant.

Das Projekt gehört zu einem Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt, mit dem die schwarz-grüne Landesregierung die Lebenssituation unter anderem von Lesben, Schwulen sowie Bi-, Trans- und Intersexuellen verbessern will – und damit von fünf bis zehn Prozent der Gesamtbevölkerung, wie Susanne Stedtfeld, Leiterin der Stabsstelle Antidiskriminierung, schätzte.

Zehn Bereiche deckt das Vorhaben ab, von Kindern und Familie über Gewalt bis zur Arbeitswelt. Unter anderem unterstützt die Landesregierung das Projekt »SCHLAU«. In Workshops mit Schulklassen berichten junge Menschen dabei über ihr Coming-out und ihre Erfahrungen.

Einige der Projekte, die nun unter dem Dach des Aktionsplans gebündelt werden, existieren bereits seit mehreren Jahren. So unterstützte die Landesregierung bereits 2015 und 2016 mit je 200 000 Euro verschiedene Aktionen, die für die Akzeptanz sexueller Vielfalt warben. In diesem Jahr stehen 500 000 Euro zur Verfügung. Damit sollen unter anderem Kommunen, Initiativen und Organisationen gefördert werden, die sich für Gleichbehandlung einsetzen.



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