22. Mai 2015, 11:33 Uhr

THM stellt neuen Fachbereich Gesundheit vor

Gießen (pd). Im Roxy, dem neuen Vorlesungssaal der Technischen Hochschule Mittelhessen, wurde der neue Fachbereich Gesundheit präsentiert: Welche Angebote die Hochschule für das »Megathema unserer Zeit« (THM-Präsident Prof. Günther Grabatin) parat hält.
22. Mai 2015, 11:33 Uhr
Live-Schaltung nach Romrod: Die Patientin macht im Vogelsberg ihre Übungen, Prof. Sohrabi überwacht im ehemaligen Roxy Puls und Sauerstoffwerte. (Foto: Schepp)

Gleich zwei Premieren im Roxy: Zum einen wird das ehemalige Kino am Donnerstagnachmittag erstmals seit seinem Umbau zum Vorlesungssaal einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Zweites Novum: Die Technische Hochschule Mittelhessen nutzt das Lichtspielhaus zur Präsentation ihres neuen Fachbereichs Gesundheit. Die THM bietet ihren gut 15 000 Studierenden somit insgesamt zwölf Fachbereiche an. Seit dem 1. April wird an der Hochschule der Studiengang Medizinische Informatik (Abschluss Bachelor oder Master) angeboten, 2016 kommen die Studienangebote Medizinisches Management sowie Pflege- und Gesundheitsversorgung dazu. Bis 2018 sollen Medizinische Hygiene und Angewandte medizinische Wissenschaften angeboten werden. 325 Studenten (davon 160 Frauen) sind derzeit am Fachbereich eingeschrieben.

Eine Bildergalerie zur Premiere der THM im Roxy finden Sie hier.

Gesundheit sei ein »Megathema unserer Zeit«, betont THM-Präsident Prof. Günther Grabatin bei der Begrüßung der mehr als 200 Gäste im ehemaligen Kinosaal. Seinen Hinweis, dass die Gründung eines neuen Fachbereichs »der ein oder anderen finanziellen Ressource« bedarf, greift Boris Rhein sofort auf. Der Wissenschaftsminister verweist auf 9 Milliarden Euro, die zwischen 2016 und 2020 laut Hochschulpakt an die hessischen Hochschulen fließen. Die THM bezeichnet Rhein als »eines der Schnellboote unserer Hochschulen«. Sie sei immer vorne dabei, »wenn es um innovative Themen geht«. Der neue Fachbereich schließe – außer der Medizinerausbildung – die gesamte Versorgungskette im Gesundheitswesen ein. So beschäftigten sich die Studierenden mit Gesundheits- und Pflegepolitik, mit Patientenversorgung, Finanzierung und Management.

Hessisches Medical Valley

Als »Gewinn für die Gesundheitsregion Mittelhessen« bezeichnet Dietlind Grabe-Bolz den neuen Fachbereich. Während der Fachbereich Medizin der Justus-Liebig-Universität weiter für medizinische Exzellenz stehe, bedeuteten die neuen THM-Studiengänge eine Bereicherung in der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung.

»Wir wollen ein hessisches Medical Valley werden«, verkündet Prof. Frank Runkel. Der THM-Vizepräsident sieht die Region durch die beiden Universitäten mit Medizin-Fachbereichen gut aufgestellt. Allerdings gebe es in der Gesundheitswirtschaft ein Schnittstellenproblem. Dieses, so Runkels Prognose, werde durch den neuen THM-Fachbereich gelöst. Gefragt seien junge Menschen, die die moderne Informationstechnik beherrschen.

"Meilenstein auf dem Medizinmarkt"

Runkels Stichwort »Medizin 4.0« greift auch Prof. Kurt Marquardt auf. Der Leiter der Datenverarbeitung am Rhön-Klinikum bezeichnet die Gründung des Fachbereichs als »Meilenstein auf dem Medizinmarkt«. Es werde künftig einen Markt der vernetzten Medizin geben. Genau diese Menschen würden an der THM ausgebildet. Die Gesundheitswirtschaft werde die Absolventen mit Jobangeboten überhäufen, so der IT-Experte.

Beispiele für schwieriger werdende ärztliche Versorgung vor allem im ländlichen Bereich präsentierte Dr. Edgar Pinkowski von der Landesärztekammer. So kämen im Odenwald auf eine Region mit 96 000 Einwohner gerade einmal zwei Augenärzte. Gründungsdekan Prof. Henning Schneider schildert den schwierigen Weg von ersten Gedankenspielen 2010 bis zum Gründungsfestakt im Mai 2015. Ziel sei es, die THM als überregionalen akademischen Ausbildungsstandort im Gesundheitswesen zu etablieren. Geplant sei ferner eine Integration in die direkte Patientenversorgung. »Wir werden hier eine deutsch-türkische Hochschule etablieren«, kündigt er bei der Begrüßung von Prof. Yasar Bilgin (türkisch-deutsche Gesundheitsstiftung) an. Wie die medizinische Betreuung einer Frau mit der Lungenkrankheit COPD (Chronic obstructive pulmonary disease) aussehen kann, demonstriert schließlich Prodekan Prof. Keywan Sohrabi per Schaltung zur Patientin nach Romrod.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Boris Rhein
  • Dietlind Grabe-Bolz
  • Gesundheitswirtschaft
  • Justus-Liebig-Universität Gießen
  • Patientenversorgung
  • RHÖN-KLINIKUM Bad Neustadt
  • Technische Hochschule Mittelhessen
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos