15. April 2017, 11:00 Uhr

Diensträder

Strampelnd zum Termin

Rad fahren schont die Umwelt und ist gut für die Gesundheit. Deshalb haben die meisten hessischen Ministerien nicht nur Dienstwagen, sondern auch Diensträder.
15. April 2017, 11:00 Uhr

Hessen soll klimafreundlicher werden – und die Landesregierung will mit gutem Beispiel vorangehen. Zumindest was das Radeln angeht. In der Staatskanzlei und fast allen Ministerien gibt es Diensträder, damit die Mitarbeiter für Termine innerhalb der Stadt in die Pedale treten können.

Die meisten zweirädrigen Dienstfahrzeuge gibt es im Wirtschaftsministerium, nämlich zwei konventionelle Räder und fünf E-Bikes, die nach Angaben eines Sprechers mit allein 229 Einsätzen im vergangenen Jahr sehr gut ausgelastet waren. Rund 30 Mitarbeiter kämen regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit – dafür stehen Stellplätze im Innenhof bereit.

»Die Außentermine des Ministers und des Staatssekretärs liegen ganz überwiegend weit außerhalb der Reichweite von Pedalen«, erklärte der Sprecher. Auch innerhalb der Stadt – etwa zwischen Wirtschaftsministerium und Landtag – ergebe eine Anfahrt per Rad keinen Sinn, weil die Zeit im Wagen zur Erledigung von Dienstgeschäften genutzt werde und meist anschließend entferntere Termine anstünden.

Auch die Hausspitze der Staatskanzlei ist eher nicht mit dem Rad unterwegs – allerdings legt Staatssekretär Axel Wintermeyer nach den Worten einer Sprecherin kurze Strecken gerne zu Fuß zurück. Von den übrigen Mitarbeitern würden die fünf Diensträder – darunter drei E-Bikes (Pedelecs) – »rege in Anspruch« genommen. Je nach Wetter kämen außerdem bis zu 30 Mitarbeiter mit dem Rad ins Büro.

Im Zuge der Strategie »CO2-neutrale Landesverwaltung« hat das Kultusministerium inzwischen vier Elektrofahrräder angeschafft. »Pro Rad werden bis zu 100 Kilometer im Jahr zurückgelegt«, teilte ein Sprecher mit. Die Räder würden, je nach Wetterlage, etwa ein- bis zweimal die Woche genutzt. Nur ein kleiner Teil der Mitarbeiter kämen regelmäßig mit dem (Privat-)Rad zur Arbeit. Dafür stehen aktuell 16 Stellplätze zur Verfügung – nach einem Umbau sollen es mehr werden.

Kultusminister und Staatssekretär sind meist mit dem Auto unterwegs – um die Zeit für die Aktenarbeit zu nutzen. Termine in der Nähe des Ministeriums würden von der Hausspitze oft zu Fuß wahrgenommen.

Das Innenministerium verfügt über etwa 40 überdachte Fahrradständer, die nach den Worten eines Sprechers »zu allen Jahreszeiten rege genutzt« werden. Dienstlich stehen den Mitarbeitern zwei Fahrräder und zwei Pedelecs zur Verfügung, die jährlich für rund 500 Kilometer im Einsatz sind.

Auf die gleiche Dienstradauswahl setzt das Umweltministerium, auch dort treten die Mitarbeiter für Fahrten innerhalb Wiesbadens in die Pedale. In den Sommermonaten kämen geschätzt rund 40 Kollegen mit dem eigenen Fahrrad zur Arbeit – ausreichend Stellplätze gebe es in der Tiefgarage. Sowohl die Umweltministerin als auch die Staatssekretärin nutzten Hybridfahrzeuge als Dienstwagen, die innerstädtisch vorrangig mit elektrischem Antrieb unterwegs sind, wie der Sprecher erklärte. »Zudem nutzt die Hausspitze die Fahrtzeiten für Telefonate und zur Aktenlektüre. Dies wäre auf dem Sattel eines Fahrrades kaum leistbar.«

Das Finanzministerium fördert den Radverkehr nach den Worten eines Sprechers auch, damit die Mitarbeiter gesund bleiben. Im Haus gibt es im Moment drei Diensträder, davon zwei Pedelecs. Die Akzeptanz habe sich in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert – wurden die Elektroräder 2015 noch 200 Kilometer bewegt, waren es 2016 schon 400 Kilometer.

Termindruck im Berufsalltag

»Finanzminister Dr. Schäfer ist mit seinen Kindern am Wochenende regelmäßig mit dem Rad unterwegs«, berichtete ein Sprecher. Im Berufsalltag ließen die Entfernungen und der Termindruck Anreisen mit dem Rad kaum zu.

Im Justizministerium warten zwei Elektrofahrräder auf mögliche Dienstfahrten. »Dieser Bestand entspricht dem derzeitigen Bedarf, da aufgrund der zentralen Lage des Justizministeriums inmitten der Innenstadt Wiesbadens viele Dienstgänge zu Fuß erledigt werden«, teilte ein Sprecher mit. Auch die Hausspitze sei oft per pedes unterwegs.

Immerhin ein Pedelec steht im Wissenschaftsministerium bereit. Das Rad sei wenig ausgelastet, da die meisten Ziele in fußläufiger Entfernung lägen, erklärte eine Sprecherin. Bei zwei oder drei Terminen in der näheren Umgebung habe sich 2016 Staatssekretär Ingmar Jung allerdings schon mal in den Sattel geschwungen.

Das Sozialministerium hat sich nach einer Probephase mit einem ausgeliehenen E-Bike gegen eine Anschaffung entschieden, wie eine Sprecherin mitteilte. Die Akzeptanz sei zu gering gewesen. Das Haus setze auf Fahrten mit dem öffentlichen Nahverkehr und Hybrid-Fahrzeugen.

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