07. April 2016, 13:51 Uhr

So sieht der Gießener Pottwal heute aus

Gießen (dpa/fd). Der gestrandete Pottwal, der seit Januar an der Uni Gießen verrottet, ist heute aus seinem Wasserbad gehoben worden, um weiterverarbeitet werden zu können.
07. April 2016, 13:51 Uhr
(Foto: srs)

Das Skelett des Meeressäugers lagerte drei Monate lang in der Brühe, damit sich Fleisch- und Gewebereste lösen und es präpariert werden kann. Als nächstes kommen die Knochen in ein Enzymbad, das den Fäulnisprozess beschleunigen soll, wie der Professor für Veterinär-Anatomie, Stefan Arnhold, erläuterte. Es werde aber noch Monate dauern, bis das Skelett in der Hermann-Hoffmann-Akademie für junge Forscher ausgestellt werden könne. Der Wal gehört zu etwa ein Dutzend Tieren, die im Januar in der Nordsee verendet waren.

+++ Bildergalerie: So sieht der Gießener Pottwal heute aus

Was war mit den Walen geschehen?

An der Nordseeküste waren mindestens elf Pottwale verendet. Fünf Tiere starben nach einem stundenlangen Todeskampf an der Küste der niederländischen Wattenmeer-Insel Texel. Drei Pottwale kamen an der Küste Schleswig-Holsteins ums Leben. Zwei Tiere waren auf der ostfriesischen Insel Wangerooge gestrandet. Ein weiterer toter Meeressäuger trieb in der Wesermündung. Weshalb die Tiere sich in die Nordsee verirrten, ist unklar. Michael Dähne vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund berichtete von verschiedenen möglichen Gründen: "Es kann natürliche Ursachen haben, an Unterwasserlärm, an Solaraktivitäten oder an Krankheiten liegen, aber auch an seismischen Aktivitäten oder militärischem Sonar."

Wie ist es mit den Kosten?

Die genauen Kosten von Skelettierung, Teilentsorgung, Transport, Lagerung, Präparation und Aufstellung konnten bis zuletzt noch nicht kalkuliert werden, vieles geschieht in Eigenleistung. Dennoch dürfte am Ende eine Summe von 20.000 Euro notwendig sein, um den Gießener Pottwal adäquat zu zeigen. Hierfür ist die Hermann-Hoffmann-Akademie auf Spenden angewiesen.

+++ Bildergalerie: So sah der Pottwal bei der Ankunft in Gießen aus

Was ist eigentlich die Hermann-Hoffmann-Akademie?

Mit der Hermann-Hoffmann-Akademie hat die JLU vor einiger Zeit einen besonderen Lernort für junge Forscherinnen und Forscher geschaffen. Er dient unter der Devise „Lernen durch Lehren“ der Wissensvermittlung durch Studierende und beherbergt unter anderem ein Schüler- und Forschungslabor, eine Dino-Werkstatt, eine Bibliothek, einen Hörsaal sowie einen Aquarien- und Vivarienraum, in dem Lehramtsstudierende sich mit dem Einsatz von Tieren im Biologieunterricht beschäftigen. Auch das Implantarium, die Grüne Schule der JLU, hat hier ihren Platz. Namensgeber der Akademie ist  der Botaniker Heinrich Karl Hermann Hoffmann (1819-1891), der fast fünf Jahrzehnte an der Universität in Gießen wirkte und dessen Arbeit weit über die Region hinaus Bekanntheit erlangte.


 

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