30. März 2020, 21:47 Uhr

Schock und Trauer

30. März 2020, 21:47 Uhr
Erinnerung an Thomas Schäfer im hessischen Finanzministerium. FOTO: DPA

Wiesbaden - Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) will nicht viel Zeit vergehen lassen, um nach dem Tod von Finanzministers Thomas Schäfer (CDU) über dessen Nachfolge zu entscheiden. Es werde eine zeitnahe Entscheidung geben, sagte ein Regierungssprecher gestern. Staatssekretär Martin Worms werde bis dahin die Amtsgeschäfte im Finanzministerium führen. Eine angemessene Trauerfeier für Schäfer werde es zu einem späteren Zeitpunkt geben. Wegen der Schutzmaßnahmen vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus sind derzeit Veranstaltungen mit einer großen Zahl von Menschen nicht erlaubt.

Zwei Tage nach dem Tod von Schäfer standen in der hessischen Landespolitik der Schock und die Trauer weiter im Mittelpunkt. Der 54 Jahre alte Schäfer war am Samstag tot an einer Bahnstrecke aufgefunden worden. Nach den Erkenntnissen der Ermittler deutet alles daraufhin, dass sich der Minister das Leben genommen hat. Diesen Stand bestätigte ein Sprecher der Polizei gestern in Wiesbaden, ohne weitere Details zu nennen. Die Mitarbeiter im Wiesbadener Finanzministerium können sich in ein Kondolenzbuch eintragen. Dafür steht ein Tisch mit Kerze und Blumen bereit, daneben wurde ein Foto von Schäfer mit Trauerflor aufgestellt. Da wegen der Corona-Krise viele zu Hause arbeiteten, gebe es auch die Möglichkeit, dass die Mitarbeiter ihre Worte per E-Mail schicken, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Blätter sollen dann ausgedruckt und zum Kondolenzbuch hinzugefügt werden. Schäfer galt als sehr beliebter Chef. Für Trauernde, die nicht im Ministerium arbeiten, ist am Eingang zum Gebäude ein Extra-Kondolenztisch aufgestellt. Besucher dürfen derzeit wegen der Corona-Pandemie nicht ins Haus.

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf äußerte sich bestürzt über den plötzlichen Tod Schäfers. »Sein tragischer Tod macht mich und viele Menschen im Bistum Mainz traurig und fassungslos«, schrieb er in einem Kondolenzbrief an Bouffier. »Er war ein hochkompetenter Politiker, der mit großer Innovationskraft und außerordentlichem Engagement Finanzpolitik gestaltet hat«, heißt es in dem vom Bistum veröffentlichten Schreiben. Schäfer habe den Kontakt zu Vertretern der hessischen Bistümer intensiv gepflegt und stets auch persönliches Interesse an kirchlichen Themen gezeigt.

Die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Beate Hofmann, zeigte sich in einem Kondolenzschreiben an Bouffier ebenfalls erschüttert darüber, dass ein Mensch keinen Ausweg mehr sehe und so aus dem Leben scheide. Laut einer Mitteilung der Kirche sandte Hofmann ein weiteres, sehr persönlich gehaltenes Kondolenzschreiben an die Witwe. Auch der Städte- und Gemeindebund, der Landesausländerbeirat sowie Frankfurts Bürgermeister und Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU) äußerten tiefe Trauer über den Tod des Ministers. dpa

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