19. Juli 2017, 22:10 Uhr

Rückbau in Biblis gestartet

19. Juli 2017, 22:10 Uhr
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Von DPA

Biblis (dpa/lhe). Der Abbau des einzigen hessischen Atomkraftwerks hat begonnen. Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) sprach zum Start der Rückbauarbeiten in Biblis am Mittwoch von einem »historischen Moment«. »Damit ist endgültig klar, dass Biblis nicht mehr ans Netz gehen kann.« Hinz sowie Kraftwerksleiter Horst Kemmeter legten selbst Hand an und demontierten eine Kühlwasserpumpe in einem Notsystem. »Mit diesem ersten Abbauschritt werden Fakten geschaffen«, sagte Kemmeter.

Nach Angaben des Biblis-Betreibers RWE sind für den Abbau mindestens 15 Jahre veranschlagt. Diese Zeitspann sei »schon ambitioniert«, betonte der Kraftwerksleiter. »Dann wird die Silhouette des Kraftwerks aber im Wesentlichen auch noch so wie heute aussehen. Der Abbau findet von innen nach außen statt.« Was dann weiter geschehen könnte, sei noch nicht klar.

Das Atomkraftwerk war 2011 nach der Katastrophe von Fukushima erst für drei Monate und dann für immer abgeschaltet worden. Der Block A ist schon frei von abgebrannten Brennstäben. Im Block B sollen Ende 2018 keine Brennelemente mehr sein. Sie kommen nicht sofort weg, sondern werden in Castor-Behältern auf dem Kraftwerksgelände in einem bis 2046 genehmigten Zwischenlager untergebracht. Für solche hoch radioaktiven Abfälle suchen Experten und Politik noch einen endgültigen Platz.

63 000 Tonnen radioaktiver Müll

Der Rest wird ebenfalls erst einmal auf dem Kraftwerksgelände deponiert. Diese schwach und mittel radioaktiven Abfälle sollen einmal im Schacht Konrad in Salzgitter gelagert werden. Das wird wohl nicht vor 2022 der Fall sein. RWE rechnet für Biblis mit insgesamt 103 Castor-Behältern, hinzu kommen sollen etwa 63 000 Tonnen schwach und mittel radioaktiver Abfall. Der BUND hat im Mai Klage beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof eingereicht.



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