27. November 2019, 22:03 Uhr

Raketen, Böller und Staubwolken

27. November 2019, 22:03 Uhr
Umweltschützer fordern Böllerverbote zum Jahreswechsel für besonders mit Feinstaub belastete Städte. Foto: dpa

Der Jahreswechsel rückt immer näher und damit die Frage in den Fokus: Böllern wie bisher oder angesichts von Umwelt- und Feinstaubdiskussionen nach Alternativen fürs Silvesterfeuerwerk suchen? Die Deutsche Umwelthilfe hatte unlängst bundesweit 98 Städte mit hoher Feinstaubbelastung im Jahresmittel aufgefordert, Böllern in den Zentren zu verbieten. Darunter waren auch mehrere hessische Städte. Kommunen in Hessen halten nichts von einem generellen Verbot oder sehen rechtliche Probleme. »Da wir die Grenzwerte für Feinstaub einhalten, halte ich diese Maßnahme im Sinne der Luftreinhaltung für rechtlich nicht notwendig«, sagte etwa Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Es sei nicht sinnvoll, »Menschen den Spaß an Silvester zu vermiesen«. Ähnlich argumentiert man in Darmstadt. In der Stadt würden die Grenzwerte unterschritten.

Offenbach sieht nach Angaben eines Stadtsprechers ebenfalls keinen Böllerverbote vor. »Wir haben keine Grundlage, um diese zu erlassen.« In Marburg ist man ebenfalls skeptisch: »Ein Verbot aus Gründen des Umweltschutzes ist aufgrund der aktuellen Gesetzes lage nicht möglich.« Aus Brandschutzgründen gilt bereits ein Böllerbann in der Marburger Fachwerkaltstadt und rund um das Schloss.

Ein Verbot auszusprechen, sei für Kommunen nicht so einfach, heißt es aus Kassel: »Die geltenden Rechtsvorschriften erlauben das Feuerwerk für festgelegte Zeiten zunächst einmal generell«, erläuterte ein Sprecher. »Für Kassel wie für viele andere Städte gilt zwar, dass der Tagesmittelwert für Feinstaub am Neujahrstag erstmalig überschritten wird, jedoch werden die geltenden Grenzwerte für diesen Parameter übers Jahr in Kassel seit vielen Jahren eingehalten.« Ein Verbot zur Luftreinhaltung sei somit schwer umsetzbar.

Um den Städten ein Verbot von Silvesterfeuerwerk zu erleichtern, sollte sich Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) für eine Änderung der Sprengstoffverordnung oder des Gesetzes gegen Luftverschmutzung einsetzen, hatte die Umwelthilfe zu ihrem Vorstoß gefordert. Eine Alternative zum traditionellen Feuerwerk könnten demnach Licht- oder Lasershows in den Städten sein.

In Limburg etwa soll es keine solche Show geben. Das bereits bestehende Böllerverbot in der Altstadt und etwa vor Altenheimen und dem Krankenhaus soll hier ebenfalls nicht ausgeweitet werden. Aus Sicherheitsgründen bleibt in Wiesbaden an Silvester auch in diesem Jahr die Zone rund um das Kurhaus in der Innenstadt für Feuerwerkskörper tabu.

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