09. Dezember 2019, 18:21 Uhr

Präsenz zwischen Glühwein und Karussell

09. Dezember 2019, 18:21 Uhr
Die Absicherung des traditionellen Weihnachtsmarktes am Römer gehört jedes Jahr zu den personalintensiven Einsätzen der Polizei. FOTO: DPA

Kinderlachen tönt vom Karussell, am Glühweinstand werden die ersten Weihnachtslieder gesummt, es duftet nach Bratwurst und gebrannten Mandeln. Es könnte kälter und trockener für einen Weihnachtsmarktbesuch sein, aber die junge Polizistin und ihr Kollege sind ohnehin im Dienst. Die Mütze bei Nieselregen ins Gesicht gezogen, die Maschinenpistole vor der Brust, drehen sie am Frankfurter Römerberg ihre Runden zwischen Glühweinbuden oder Ständen mit Kunsthandwerk. Auf dem noch bis zum 22. Dezember geöffneten Weihnachtsmarkt ist auch die Polizei sichtbar vertreten - mit uniformierten Beamten, die durch Bereitschaftspolizisten verstärkt wurden, aber auch mit Beamten in Zivil.

»Die Bürger nehmen schon wahr, dass hier Polizei präsent ist. Man führt ganz normale Bürgergespräche und das nehmen die Leute, glaube ich, auch sehr positiv wahr«, sagt Christian Englert, der den Weihnachtsmarkteinsatz und die Arbeit der »Weihnachtsmarktwache« organisiert hat. In den ersten beiden Wochen sei es aber »sehr unauffällig« gewesen, sagt Englert. Auch für die beiden jungen Polizisten auf dem Römerberg ist die Streife momentan eher entspannt. Als ein Kleinkind ausrutscht und hinfällt, tritt die Beamtin hinzu, damit niemand über das Kind stolpert, während die Mutter schon nach dem Kleinen greift. Ihr Kollege beantwortet die Fragen zweier junger Männer nach dem richtigen Weg.

Die beiden Beamten sind als Bereitschaftspolizisten selbst von auswärts, aber: »Man muss sich eben schon vor dem Einsatz mit den Örtlichkeiten vertraut machen«, sagt der Polizist mit blondem Fünftagebart. »Die häufigsten Fragen sind ohnehin leicht zu beantworten - wo sind die nächsten Toiletten, wie komme ich zum Bahnhof, wo geht’s zur Straßenbahn?«

Natürlich sei es auch in der ersten Hälfte des Weihnachtsmarkts zu Taschen- und Trickdiebstählen gekommen, sagt Daniel Kerleau von der Pressestelle der Frankfurter Polizei. »Es kommt auch mal zu Streitigkeiten, meist zwischen angetrunkenen Leuten, oder zu Zahlungsschwierigkeiten. Aber für diese Menschenmenge, die hier tagtäglich unterwegs ist, ist das alles noch in einem ganz normalen Rahmen.« »Man hat hier ein anderes Publikum als Samstagnacht in der Innenstadt«, ergänzt Sascha Bönte, einer der verantwortlichen Beamten der »Weihnachtsmarktwache«. »Die Menschen wollen den Markt ablaufen, kommen mit Kindern, wollen vielleicht den Weihnachtsbaum anschauen. Da ist die Hemmschwelle für Aggressionen und Streitigkeiten viel höher.«

Und auch wenn Gelegenheit Diebe macht und die Zivilfahnder zwischen den Marktbuden das eine oder andere einschlägig vertraute Gesicht sehen: »Das zieht natürlich das entsprechende Klientel an, aber keine reisenden Tätergruppen«, sagt Kerleau.

Deutliche Polizeipräsenz bei einer Veranstaltung mit vielen Menschen - damit soll auch das subjektive Sicherheitsgefühl gestärkt werden, nicht zuletzt mit Blick auf Ängste nach dem Terroranschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt vor drei Jahren.

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