06. Februar 2017, 20:12 Uhr

Positiver Trend hält an

06. Februar 2017, 20:12 Uhr
Blick auf den Umschlagbahnhof im Osten Frankfurts. In keinem anderen Flächenland ist das Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigem so hoch wie in Hessen. In einigen Berufsgruppen zeichnen sich aber bereits Engpässe ab. (Foto: dpa)

Wiesbaden (dpa/eb). Hessen Wirtschaftskraft wird nach einer Studie in den nächsten Jahren überdurchschnittlich zulegen. Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und der Chef der Regionaldirektion Hessen der Arbeitsagentur, Frank Martin, warnten bei der Präsentation des »Hessenreports« gestern in Wiesbaden jedoch vor einem zunehmenden Fachkräftemangel. Hessen habe zwar sehr gute Chancen, dass die derzeit gute Entwicklung mit sinkenden Arbeitslosenzahlen, einem Reallohnplus für die Beschäftigten und einem starken Bruttoinlandsprodukt anhält. Es gebe aber bereits derzeit Engpässe in wichtigen Berufsgruppen. In keinem anderen Flächenland sei das Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigem so hoch wie in Hessen, erklärte der Minister. Im Vergleich aller Bundesländer liege Hessen auf Platz zwei hinter Hamburg. Dieser Trend werde sich weiter fortsetzen. Nach der Prognose des »Hessenreports« wird sich die Bruttowertschöpfung in den Jahren 2015 bis 2030 im Schnitt um 1,7 Prozent pro Jahr erhöhen. Das sei ein etwas stärkeres Wachstum als es für Deutschland erwartet werde, erklärte Al-Wazir.

Gezielte Programme

Die Bruttowertschöpfung ergibt sich aus dem Gesamtwert der im Produktionsprozess erzeugten Waren und Dienstleistungen (Produktionswert), abzüglich des Werts der Vorleistungen (z. B. Vorprodukte, Rohstoffe) und wird auch für einzelne Wirtschaftsbereiche ausgewiesen. Die prognostizierte Entwicklung unterscheidet sich in den drei Regierungsbezirken Darmstadt (plus 1,6 Prozent), Gießen (plus 1,7) und Kassel (plus 1,7) laut dem Bericht kaum. Aufgrund des gleichmäßigen Wachstums bleibe auch die Verteilung der Bruttowertschöpfung auf die drei Bezirke bis zum Jahr 2030 weitgehend konstant. Auf Darmstadt entfallen demnach rund 71 Prozent, auf Gießen 13 Prozent und auf Kassel entfallen rund 16 Prozent. »Das bedeutet nicht, dass die Beschäftigten in Nordhessen weniger leisten als im Süden«, so der Minister. »Im Gegenteil: Die Arbeitsproduktivität ist im Regierungsbezirk Kassel sogar höher als im Regierungsbezirk Darmstadt. Vielmehr zeigt sich darin die nach wie vor unterschiedliche Verteilung der Arbeitsplätze im Land.«

Martin rechnet in diesem Jahr mit weniger Arbeitslosen und einem weiteren Aufwärtstrend bei der Erwerbstätigkeit im Land. Die Stellenmeldungen der Betriebe seien trotz einer zuletzt leicht nachlassenden Dynamik am Arbeitsmarkt kontinuierlich auf einem hohen Niveau, sagte der Behördenchef. »Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr die Marke von 2,5 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Hessen knacken werden.«

Die Arbeitslosenquote war im Januar leicht auf 5,4 Prozent im Monatsvergleich gestiegen. Der Wert entsprach jedoch der niedrigsten Arbeitslosenzahl in einem Januar seit 24 Jahren. Martin warnte gleichzeitig vor einem zunehmenden Fachkräftemangel ab dem Jahr 2020. Dieser werde vor allem in Nord- und etwas später auch in Mittelhessen zu spüren sein.

Wirtschaftsminister Al-Wazir kündigte an, mit gezielten Programmen die Attraktivität vor allem im ländlichen Raum zu erhöhen: »Wir werden unsere Anstrengungen in den kommenden Jahren weiter verstärken, um zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Fachkräftesicherung beizutragen.«

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