08. November 2017, 21:00 Uhr

Bahnhofsviertel

Polizei greift im Bahnhofsviertel härter durch

Müll, Drogen, Prostitution, Kriminalität: Das Frankfurter Bahnhofsviertel steht in keinem guten Ruf. Die Polizei hat den Druck auf die Dealer erhöht. Nun sollen weitere Schritte folgen.
08. November 2017, 21:00 Uhr
(Archivbild: dpa)

Mehr Videoüberwachung, eine schärfere Gangart gegen Drogendealer und Angebote für Süchtige sollen das Frankfurter Bahnhofsviertel sicherer und sauberer machen. Das hessische Innenministerium, die Stadt Frankfurt, die Bahn AG sowie Bundespolizei, Generalstaatsanwaltschaft und Frankfurter Polizei haben ein ganzes Bündel von Maßnahmen für das Viertel geschnürt, das Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) am Mittwoch vorstellte.

 

Hoher Kontrolldruck auf die Drogenszene

 

Etwa 300 Dealer verkauften in den vergangenen Monaten in dem Viertel Drogen an Süchtige, wie Frankfurts Polizeipräsident Gerhard Bereswill mitteilte. Zudem gehen die Ermittler von 30 bis 50 Zwischenhändlern aus. Zum Kern der Maßnahmen gehört daher, den Kontrolldruck auf die Drogenszene hoch zu halten. Aus einer bereits im vergangenen Jahr aufgebauten Sondereinheit werden nun 124 Polizisten in eine sogenannte Regelorganisation überführt und sind damit für das Bahnhofsviertel zuständig.

 

Massiver Ausbau der Videoüberwachung

 

Die Bahn baut ihre Videoüberwachung massiv aus. Die derzeit noch 90 analogen Videokameras werden bis Ende 2018 durch 200 digitale Kameras ersetzt. Klaus Vornhusen, Konzernbevollmächtigter der Bahn AG für Hessen, führte aus, dass sich die Situation im Bahnhof und in der B-Ebene bereits deutlich gebessert habe. Joachim Moritz, Präsident der Bundespolizeidirektion Koblenz, geht davon aus, dass sich die Situation durch die gemeinsamen Aktionen von Bundespolizei, Frankfurter Polizei, Landespolizei und dem Sicherheitsdienst der Bahn verbessert hat: »Unsere Maßnahmen wirken.«

 

Nachtbusse für Süchtige

 

Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) kündigte an, dass die Stadt ihre Reinigungsintervalle im Viertel erhöhen wird. Alleine vor den Einrichtungen der Drogenhilfe soll sechsmal am Tag sauber gemacht werden. Frankfurt setzt Busse ein, um die Drogensüchtigen nachts in verschiedene Notunterkünfte zu transportieren. Nach Angaben des Frankfurter Gesundheitsdezernenten Stefan Majer (Grüne) kostet die Drogenhilfe rund zehn Millionen Euro jährlich.

Der Umbau der B-Ebene am Hauptbahnhof und auch die Ausweitung der Video-Überwachung in der Stadt soll den Dealern den Drogenhandel zusätzlich erschweren. Die Frankfurter Polizei verzeichnet mit den neuen Kameras bereits erste Erfolge.

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