25. Juli 2017, 22:15 Uhr

Pferderennen oder Fußball-Leistungszentrum?

25. Juli 2017, 22:15 Uhr
Avatar_neutral
Von DPA
Derzeit geschlossen: Die Zukunft des Frankfurter Rennbahngeländes ist noch offen. Nun entscheiden die Gerichte. (Foto: dpa)

Im langwierigen Justizstreit um das Gelände der Frankfurter Galopprennbahn könnte am Donnerstag eine womöglich endgültige Entscheidung fallen: Das Oberlandesgericht Frankfurt hat um neun Uhr morgens den Termin dafür angesetzt. Es könnte der Schlusspunkt eines seit 2015 dauernden Rechtsstreits zwischen der Stadt Frankfurt und dem Renn-Klub sein.

Für die Stadt geht es um die Durchsetzung der Räumungsklage, der Renn-Klub dagegen beharrt auf Einhaltung des ursprünglich bis 2024 geltenden Mietvertrags für das Gelände.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) plant den Bau eines Leistungszentrums – ursprünglich sollte das Gelände schon im vergangenen Jahr übergeben werden. Kernpunkt des Streits: Die Stadt legt den Nutzungsvertrag so aus, dass auch die Möglichkeit einer sechsmonatigen Kündigungsfrist besteht – das hält der Renn-Klub für unzulässig, da für einen Rennbahnbetrieb eine ausgesprochen langfristige Planung nötig sei. Nach Ansicht des Renn-Klubs gilt diese kurze Frist nur eingeschränkt für den Fall, dass der jeweilige Rennbahnnutzer seinen vertraglichen Pflichten nicht mehr nachkomme.

Räumung zunächst gestoppt

Im vergangenen Dezember sah es vorübergehend so aus, als könnte die Übergabe des Geländes an den DFB in greifbare Nähe rücken: Das Landgericht Frankfurt gab in seinem Urteil der Räumungsklage der Stadt statt. Doch der Renn-Klub legte Berufung ein, und das Oberlandesgericht stoppte im Februar nicht nur vorübergehend die Räumung – es trat auch neu in die Beweisaufnahme ein.

»Wir sind natürlich von unserer Rechtsposition überzeugt«, betont Renn-Klub-Schatzmeister Carl-Philip Graf zu Solms. »Es liegt nicht an uns, ob es eine Einigung gibt – wir haben als einzige Partei Vorschläge gemacht.« Dazu gehörte etwa die Idee einer Parallelnutzung des Geländes – mit dem DFB-Leistungszentrum umgeben von der Rennbahnstrecke. Das wird allerdings vom DFB kategorisch abgelehnt.

Beim Fußballverband geht man davon aus, dass das Gericht am Donnerstag pro Stadt entscheiden wird und der Bau der Akademie dann nach der Bestätigung durch einen außerordentlichen Bundestag des DFB in Angriff genommen werden kann. »Wir haben die klare Priorität und den Willen, die Akademie dort zu bauen«, betonte Präsident Reinhard Grindel im Juni noch einmal.

Sollte das Gericht aber dem Renn-Klub recht geben, will die Stadt dem Sprecher zufolge eine Revision anstreben. »Selbst wenn wir verlieren – wir gehen weiter«, betont auch Solms.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos