26. April 2010, 19:30 Uhr

Obstbauern in Sorge um die Kirschenernte 2010

Friedberg (jw). Panikstimmung bei den Kirschenbauern landauf, landab. Der Frost der letzten Woche hat am Ockstädter Kirschenberg zum Teil große Schäden angerichtet.
26. April 2010, 19:30 Uhr
Die Kirschblüten leuchten weiß, doch wer genau hinsieht, kann die Frostschäden erkennen. (Foto: Obermann/pm)

Walter Kipp, 2. Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins, berichtet, bei Frühblühern wie der Kirschensorte »Cordia« habe er bis zu 80 Prozent Schäden am Blütenbestand festgestellt. Stehen die Bäume in einer niedrigen Lage, wo die Temperaturen in den vergangenen Tagen zwischen 4 und 5 Uhr morgens unter Null Grad fielen, müsse man mit großen Zerstörungen rechnen. Das dürfte sich bei der Ernte auf die Preise umschlagen. Kleiner Trost: Auf das Blütenmeer mussten die Besucher einer Kirschblütenwanderung am Sonntag nicht verzichten. »Es gibt genügend Blüten, besonders in höheren Lagen. Das Wochenende ist der optimale Zeitpunkt für die Wanderung«, so Kipp.

Die Schäden auf dem Kirschenberg sind indes unübersehbar: Zerteilt man die Blüten mit dem Daumen, erkennt man eine braune oder eine grüne Farbe. »Braun ist kaputt, grün ist noch in Ordnung«, erklärt Kipp. »Doch damit ist noch lange nicht gesagt, ob die Blüte auch befruchtet ist und später Kirschen dranhängen.« Ein Büschel Kirschblüten, an dem normalerweise drei bis sechs Kirschen reifen, könnte bei der Ernte im Sommer nur ein oder zwei Kirschen hervorbringen, wenn überhaupt.

Die Schäden sind, wie Kipp erläutert, von Sorte zu Sorte unterschiedlich. Ist wie bei der »Cordia« zur Frostzeit bereits die Vollblüte eingetreten und es wachsen keine Nachblüher, sieht es schwarz aus. Bei anderen Sorten besteht Hoffnung. Bei »Regina« etwa, die später blüht und Nachblüher ausbildet, seien die Chancen auf einen guten Ertrag noch da. »Edelfinger« sei wiederum stark von Frostschäden betroffen.

Generell gilt: Je höher die Bäume stehen, desto geringer die Schäden. In den unteren Lagen, wo Kältestau herrscht, sieht es hingegen düster aus. Kirschblüten seien sehr kälteempfindlich, sagt Kipp, einer der rund 500 Kirschbaumbesitzer, die auf dem 140 Hektar großen Areal oberhalb Ockstadts rund 25 000 ältere Hochstämme und 10 000 niedrig wachsende Kirschbäume pflegen. Seit über 200 Jahren wird in Ockstadt der Kirschenanbau betrieben, immer wieder gibt es Probleme, zuletzt etwa mit Schädlingen wie dem Frostspanner. Der, sagt Kipp, hat diesmal durch die Kälte nicht so gute Chancen, sich durchzubeißen. »Die Fresstätigkeit ist bedeutend geringer als in den letzten Jahren.«

Die Kirschenbauern hoffen nun, dass weitere Wetterkapriolen ausbleiben. Dann könnte es im Sommer trotz Frühjahrsfrost doch noch eine einigermaßen gute Ernte geben.

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