20. Dezember 2017, 09:00 Uhr

Neue Stadt

Oberzent wird neue Stadt in Hessen

Nach vier Jahrzehnten ist es im Land mal wieder soweit: Mehrere Kommunen schließen sich zusammen. Die Fusion im Odenwald wird zum 1. Januar realisiert.
20. Dezember 2017, 09:00 Uhr
Die vier Kommunen Beerfelden, Rothenberg, Sensbachtal und Hesseneck fusionieren zur Stadt Oberzent. (Foto: dpa)

Hessen wird um eine neue Stadt reicher. Nach vier Jahrzehnten klappt wieder einmal eine Fusion. Im Odenwald entsteht am 1. Januar 2018 die Stadt Oberzent. Sie hat rund 10 000 Einwohner und erstreckt sich über eine Fläche von rund 165 Quadratkilometern. Damit ist sie von ihrer Ausdehnung her nach Frankfurt und Wiesbaden die drittgrößte in Hessen.

Andere Zusammenschlüsse wie etwa die der beiden Gemeinden Steffenberg und Angelburg in Mittelhessen waren am Protest der Bürger gescheitert. Allerdings wollen sich in Hessen noch weitere Kommunen zusammentun. Sie wollen Geld sparen und ihre Verwaltungen effektiver aufstellen.

 

Hunderttausende Euro werden jährlich gespart

 

Im Odenwald fusionieren aus diesen Gründen die Stadt Beerfelden und die Gemeinden Hesseneck, Rothenberg und Sensbachtal. »Ich bin überzeugt, dass sich der Mut der Oberzenter auszahlen wird«, teilte Innenminister Peter Beuth (CDU) mit. »Die weitsichtige und zukunftsweisende Entscheidung zur Fusion wird sich schon bald in einer effektiveren Verwaltung und einer besseren finanziellen Ausstattung der Kommune bemerkbar machen.«

Projektleiter der Fusion ist Christian Kehrer. Nach seinen Berechnungen werden pro Jahr rund 900 000 Euro gespart. Wäre es nicht zu diesem Schritt gekommen, hätten die Bürger mehr zahlen müssen. Ein Beispiel: Bisher gibt es noch vier Bürgermeister, die Stadt Oberzent hat dann nur noch einen.

 

Kein Kunstname

 

»Für Oberzent gibt es überwiegend Vorteile«, sagt Karl-Christian Schelzke, Geschäftsführender Direktor des Hessischen Städte- und Gemeindebundes. »Unter anderem, weil sie auch im kommunalen Finanzausgleich besser gestellt ist.« Außerdem habe der Name Oberzent »für diese Region eine historische Bedeutung. Es ist kein Kunstname.« Gemeint war damit im Mittelalter ein Gerichtsbezirk. Als Oberzent wird auch die Region des südlichen Odenwaldes bezeichnet.

Wenn Bürgermeister überlegen, dass sich ihre Kommunen zu einer neuen zusammentun sollten, heißt das noch lange nicht, dass es am Ende auch klappt. »Der Erfolg hängt entscheidend von der Akzeptanz vor Ort ab«, sagt Beuth. »Bürger, Gemeindegremien, Personal und Gewerkschaften sowie Vereine müssen daher in den Prozess frühzeitig mit eingebunden und mitgenommen werden.« So schätzt es auch Schelzke ein: »Es gibt nichts Schwierigeres als eine Fusion. Das muss alles offen diskutiert werden. Es gibt Widerstand. Identitätsverlust wird befürchtet. Eine kleinere Kommune fühlt sich von der größeren beherrscht.«

 

Idee aus der Bevölkerung

 

Das sei im künftigen Oberzent anders gewesen. »Seit vielen, vielen Jahren« gebe es zwischen den Kommunen eine Zusammenarbeit, etwa für Finanz- und Kassengeschäfte«, erzählt Kehrer. Die Buchhaltung sei zentralisiert, es gebe eine Telefonzentrale. Beerfelden, Hesseneck, Rothenberg und Sensbachtal hätten sich also schon aneinander gewöhnt. Die Idee zur Fusion sei auch aus der Bevölkerung selbst gekommen. »Wenn schon sparen, dann richtig«, sei die Meinung gewesen.

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