02. November 2017, 22:27 Uhr

Nicht nur Weihnachtsmänner werden gebraucht

02. November 2017, 22:27 Uhr
Glühwein verkaufen auf dem Weihnachtsmarkt – mit Jobs wie diesen lässt sich die Weihnachtskasse auffüllen. (Foto: dpa)

Gießen (gäd/eb). Gerade in der Vorweihnachtszeit sind kurzfristige Minijobs heiß begehrt. Dabei geht es nicht nur um den viel zitierten Weihnachtsmann. Viele Unternehmen, gerade im Einzelhandel, suchen Aushilfskräfte, um das Geschäft rund um die Feiertage in unterschiedlichsten Bereichen bewältigen zu können. Geschenke einpacken, Bratwürste auf Weihnachtsmärkten verkaufen oder im Lager aushelfen – das sind nur einige Möglichkeiten, sich rund um das Weihnachtsfest etwas dazuzuverdienen. Doch was ist dabei zu beachten? Fragen und Antworten zum Thema:

? Wann sollte man sich auf die Suche nach einem Aushilfsjob für das Weihnachtsgeschäft machen?

»Je eher, desto besser«, sagt Johannes Paul, Sprecher der Gießener Arbeitsagentur. »Die Betriebe wissen schon, wie viele Saisonkräfte sie brauchen, und haben uns teilweise schon offene Stellen gemeldet.«

? Wo kann ich mich informieren, ob in meiner Nähe Aushilfsjobs gesucht werden?

Die Bundesagentur für Arbeit bietet eine Jobbörse an, die im Internet unter der Adresse jobboerse.arbeitsagentur.de angesteuert werden kann. Diese Plattform ist gedacht sowohl für Arbeitgeber, die auf der Suche nach Mitarbeitern sind, als auch für potenzielle Arbeitnehmer, die auf der Suche nach einer Aufgabe sind, erklärt Paul. Derzeit sind rund 240 Minijobs im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen gemeldet, sagt Paul. Zu diesem Bezirk zählen die Landkreise Gießen, Wetterau und Vogelsberg. Eine weitere Anlaufstelle bei der Jobsuche kann ein Gespräch mit Freunden, Verwandten und Bekannten sein. Auch Anzeigen in der Tageszeitung und im Internet sind eine weitere Möglichkeit.

? Was muss ich bei einem Aushilfsjob in Sachen Steuern beachten?

Bei vielen Aushilfsjobs im Weihnachtsgeschäft handelt es sich um eine sogenannte kurzfristige Beschäftigung. Bei der Beurteilung, ob eine solche Beschäftigung vorliegt, sind ausschließlich zeitliche Kriterien entscheidend. Wie der Bund der Steuerzahler auf Anfrage mitteilt, muss eine kurzfristige Beschäftigung folgende Kriterien erfüllen: Die Beschäftigung darf nur für eine Zeitdauer ausgeübt werden, die im Laufe eines Kalenderjahres auf nicht mehr als drei Monate oder maximal 70 Arbeitstage begrenzt ist. Die Höhe des monatlichen Verdienstes spielt keine Rolle und ist nach oben nicht begrenzt. Es gelten auch hier die Regelungen zum Mindestlohn. Wichtig ist, dass der Arbeitnehmer nicht berufsmäßig beschäftigt ist. Dies muss der Arbeitgeber vor Beginn der Beschäftigung klären. Wichtig: Auch ein 450-Euro-Minijob ist in der Weihnachtszeit möglich.

? Was muss der Arbeitgeber bei einer kurzfristigen Beschäftigung beachten?

Für den kurzfristigen Minijobber fallen keine Sozialabgaben an, schreibt die Minijob-Zentrale auf ihrer Homepage. Dies gelte auch dann, wenn er zum Beispiel bereits in Vollzeit beschäftigt ist. Ein kurzfristiger Minijob könne auch neben einem 450-Euro-Job ausgeübt werden. Gerade in der Weihnachtszeit sei die kurzfristige Beschäftigung daher eine lukrative Möglichkeit, sich etwas hinzuzuverdienen. An die Minijob-Zentrale muss der Arbeitgeber nur die Umlagen zur Arbeitgeberversicherung und die Insolvenzgeldumlage abführen. Zudem fallen Unfallversicherungsbeiträge an, die der Arbeitgeber aber gesondert an den zuständigen Unfallversicherungsträger zahlen muss.

? Wie muss der Verdienst versteuert werden?

Der Verdienst aus einem kurzfristigen Minijob ist steuerpflichtig und muss dem zuständigen Finanzamt gemeldet werden, schreibt die Minijob-Zentrale. Dies kann pauschal oder individuell nach der jeweiligen Steuerklasse des Minijobbers erfolgen.

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