24. Oktober 2019, 20:23 Uhr

»Nicht misshandelt«

24. Oktober 2019, 20:23 Uhr

Im Mordprozess gegen eine mutmaßliche Sektenanführerin hat die Mutter des getöteten Jungen die Angeklagte erneut in Schutz genommen. Am zweiten Verhandlungstag sagte sie am Donnerstag vor dem Hanauer Landgericht, dass die 72-Jährige die zahlreichen Kinder der Glaubensgemeinschaft weder psychisch noch physisch misshandelt habe. Sie habe alle Kinder lieb gehabt und darum gerungen, sie auf den richtigen Weg zu bringen.

Dieser Aussage gegenüber stehen interne Unterlagen aus der Gruppe, die ein anderes Bild vermitteln. Die Tagebucheinträge und Briefe, womöglich von der Angeklagten, wurden als Beweismittel präsentiert: Darin sei der Junge als »fieser, kleiner Kerl« bezeichnet worden, der »dreckig grinst und nach Lust und Laune in die Hose« mache. Um Schlimmeres zu verhindern, habe Gott das Kind zu sich geholt. Die Mutter des toten Jungen räumte ein, dass sie als Mitglied der Glaubensgemeinschaft die Passagen kenne.

Die Staatsanwaltschaft Hanau wirft der 72-jährigen Frau vor, den vierjährigen Jungen an einem heißen Augusttag im Jahr 1988 getötet zu haben. Sie habe den in einen Leinensack eingeschnürten Jungen, auf den sie aufpassen sollte, im Badezimmer ihres Hauses seinem Schicksal überlassen.

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