02. April 2014, 09:28 Uhr

Neue und alte Lieder für »Tikato«

Braunfels (ür). Mit einem musikalisch abwechslungsreichen Benefizkonzert in der Friedenskirche Braunfels haben sich Chöre und Solisten in den Dienst einer guten Sache gestellt: Sie sangen und spielten zugunsten eines Projektes des »Arbeitskreises Brot für die Welt – Tikato«, der sein 40-jähriges Bestehen feiert.
02. April 2014, 09:28 Uhr
Der Spiritualchor Erda unter Leitung von Wolfram Schleenbecker singt unter Verstärkung des Jungen Chores Voices aus Naunheim beim Benefizkonzert für Burkina Faso. (Foto: ür)

Die Vorsitzende Heidi Janina Stiewink begrüßte rund 300 Besucher und Akteure, unter ihnen Vertreter aus Politik und Kirche. Auch aus Afrika stammende Gäste waren unter den Besuchern wie die Schatzmeisterin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Botswana, Ivy Koobake, drei Flüchtlinge aus Somalia, die in Großaltenstädten vorläufiges Asyl gefunden haben, und das in Offenbach lebende Tikato-Mitglied Patrice Béré.

Die Konzertbesucher legten rund 1590 Euro zusammen, mit dem in Burkina Faso die Solar-Beleuchtung einer Entbindungsstation finanziert werden soll. Stiewink wies darauf hin, dass die Evangelische Kirchengemeinde Wetzlar mit einer Spende von 15 000 Euro die Entbindungsstation angeschoben hat. Daraufhin habe die politische Gemeinde Tiguendalgué die weitere Finanzierung von 24 425 Euro übernommen.

Tikato ist der Name eines Dorfes bei Pissila im Nordosten von Burkina Faso in Westafrika. 1974 entstand bei Tikato ein Regenwasser-Rückhaltebecken, das erste große Projekt, an dem sich zahlreiche Menschen aus Mittelhessen mit Spenden beteiligten. Inzwischen gibt es mehr als 160 Projekte im sinne von Hilfe zur Selbsthilfe.

Eröffnet wurde das Konzert von der Kantorei der evangelischen Kirchengemeinde Wetzlar unter Leitung von Dietrich Bräutigam mit einem Werk von Max Reger über Psalm 119, »Führe mich, Herr«. Durch das Programm führte Herbert Kogel (Großaltenstädten), der zwei Psalmtexte in moderner Übertragung von Peter Spangenberg vorlas.

Der Psalm-Vertonung folgten eine »alte Weise« aus dem 15. Jahrhundert und die Motette »Preis und Anbetung sei unserem Gott« von Josef Gabriel Rheinberger.

Kreis-Kantorin Jasmin Neubauer und der Flötist Michael Hoyer hatten sich Werke aus dem 18. und 20. Jahrhundert ausgesucht. Zunächst spielten sie auf Flöte und Orgel »Trois Mouverments« von Jehan Alain und später die Sonate D-Dur von Carl Philipp Emanuel Bach in drei Sätzen.

Der Spiritualchor Erda unter Leitung von Wolfram Schleenbecker bot sechs Werke dar, darunter »Nobody knows the trouble I’ve seen« oder »Somebody’s knocking at your door«. Dabei wurde der Chor von Mitgliedern des jungen Chores Naunheim unterstützt, dessen Leiter Schleenbecker ebenfalls ist. Zum Abschluss präsentierte der Spiritualchor ein Werk des ehemaligen Erdaer Pfarrers Marten Marquardt, der zu den Mitbegründern des Arbeitskreises »Tikato« gehörte. Es hat 1975 den Text »Brot für die Welt« verfasst, den Schleenbecker vertonte.

Das fast eineinhalbstündige Programm endete mit einem Auftritt aller Akteure, die ein afrikanisches Lied in der Sprache Xosa
»Nikosi sikelel Afrika« (deutsch: Gott segne Afrika) darboten.

Das 40-jährige Bestehen des hiesigen Arbeitskreises wird mit einem Festwochenende am 13. und 14. Juni begangen.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos