01. Juli 2011, 09:05 Uhr

Musikalische Gratulation zum 25. Geburtstag

Bad Nauheim (piz). »Grieg meets Rammstein.« Unter diesem Motto stand das Konzert des Regenbogenchors im Rosensaal Steinfurth. Anlass war das 25-jährige Jubiläum.
01. Juli 2011, 09:05 Uhr
Seit 25 Jahren bereichert der Regenbogenchor das Kulturprogramm der Stadt. (Foto: piz)

Klar also, dass nicht nur der Chor »Regenbogen« aus Rabenau-Londorf zugegen sein würde. Auch der Abildsø Bygdekor wollte musikalisch gratulieren und nahm dafür die Anreise aus dem norwegischen Oslo auf sich. Nicht fehlen durfte der Chor der Ernst-Ludwig-Schule (ELS) Bad Nauheim, der rechtzeitig von einer Konzertreise nach Norddeutschland zurück war.

Wie der Vorsitzende des Regenbogenchors, Hartmut Jegodzinski, eingangs betonte, wolle man getreu des eigenen Mottos einen bunten und abwechslungsreichen musikalischen Abend gestalten und so die vergangenen 25 Jahre feiern. Eröffnet wurde der Abend mit dem Werk »Sing we and chant it« des alten englischen Meisters Thomas Morley von allen vier Chören gemeinsam. Spannend dabei: Nicht nur auf der Bühne standen die Sänger. Auch ringsherum auf der Empore hatten sie sich angeordnet und so eine perfekte Akustik geboten.

Ganz stark zeigten sich die Jubilare: Bereits ihr erstes Stück, »Somewhere over the Rainbow«, überzeugte durch Atmosphäre und Dynamik. Ausgezeichnet gestaltete sich auch »Die eine Klage«, ein von Stefan Kalmer vertontes Gedicht der Romantikerin Karoline von Günderrode. Ähnlich überzeugend von Kalmer: »Der Rattenfänger«. Auch hier ein starker Text, der zum Schmunzeln anregte und beim Publikum gut ankam. Chorleiter Martin Schubert legte bei den Proben ganz offensichtlich Wert auf eine klare Aussprache und satte Harmonien. Eine tolle Arbeit.

Mit dem Abildsø Bygdekor aus Oslo wurde hochkarätige Chormusik präsentiert: Die rund 30 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung der talentierten Ida Tingstein überzeugten mit einem sicheren Bass und ausgeglichenen Akkorden bis in höchste Höhen. Gerade das »Ave maris stella« von Edvard Grieg und Anton Bruckners »Ave Maria« überzeugten auf ganzer Linie. Anderes Glanzstück der Norweger: »Lully, lulla, lullay«, ein von dem jungen Iren Philip Stopford geschriebenes Stück, das den Kindermord des Herodes in Bethlehem thematisiert. Die getragene Atmosphäre, die Trauer, ganz viel Gefühl wurde durch den Gesang transportiert. Klare Harmonien, präzise Intonation überzeugten.

Der Chor der ELS unter der Leitung von Andreas Ziegler bestach durch satten Klang, auch bei nur kleiner Besetzung. Ausgezeichnet war Mendelsohn-Bartholdys »Verleih uns Frieden gnädiglich«. Das von Ziegler am E-Piano begleitete geistliche Stück baute sich herrlich vom einstimmigen Männergesang bis hin zum vollen mehrstimmigen Chor auf. Bei »The Lion sleeps tonight« übernahm Katharina Strecker ein Solo, bei dem jeder Ton stimmte. Eine tolle Stimme, die für jubelnden Applaus sorgte.

Der Chor »Regenbogen« aus Londorf stellte ein gemischtes Repertoire vor. Dank spannender Synkopen und einer mitreißenden Melodie gab es für das Spiritual »He is he rock« gewaltigen Beifall, ebenso für das afrikanische »Siya hamba«. Der Chor unter der Leitung von Arndt Roswag machte seine Weltreise dann weiter nach England, um Edward Elgars »Land of hope and glory« anzustimmen, um abschließend zu erkennen: »Oh, what a wonderful world«. Durchweg abwechslungsreiche Vorträge waren es, was beim Publikum Gefallen fand.

Nach Edvard Grieg als Gegenpart
ein Stück der Hardrock-Band Rammstein

Kurz vor Schluss dann der versprochene Gegenpart zu Edvard Grieg: Mit »Engel« der Hardrock-Band Rammstein wussten die Bad Nauheimer unter Martin Schuberts Regie das Publikum zu begeistern. Erstaunlich, welches Potenzial solcherlei Literatur für Chöre bietet. Einfach toll war auch das moderne Chorstück »Parkplatzregen« von Roland Pflüger und Oliver Gies. Ein witziger und origineller Text bestach ebenso wie die fröhliche Melodie und der Spaß, mit dem die Sänger das Ganze transportierten.

Das Publikum schenkte jubelnden Applaus und bat lautstark um Zugabe. Mit dem »Irischen Reisesegen«, von allen Seiten des Saales aus, verabschiedeten sich die vier Chöre.

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