06. April 2010, 19:24 Uhr

Mittelhessische Sternsinger helfen Kindern in Bangladesch

Wetzlar (wv). Mit herzlichen Grüßen der neunjährigen Shati kehrte jetzt Projektleiter Peter Dietzel von der Wetzlarer Hilfsorganisation »Netz« aus Bangladesch zurück. Im Norden des Landes hatte er Schulprojekte besucht, die von seiner Organisation für die ärmsten Kinder eingerichtet und unterhalten werden.
06. April 2010, 19:24 Uhr
Peter Dietzel zu Besuch in der Dorfschule von Pahanpapa, die ebenfalls von den Sternsingern unterstützt wird. (Foto: wv)

Auch in diesem Jahr waren über 150 heimische Sternsinger aus den katholischen Kirchengemeinden St. Josef in Schwalbach, Maria Hilf in Waldsolms, Heilige Familie in Hüttenberg/Oberkleen und den Wetzlarer Gemeinden St. Bonifatius und Dom mehre Tage unterwegs, um mit ihren Spenden aus der Sternsingeraktion das Programm »Partnerschaft mit Schulen in Bangladesch« zu unterstützen. Und sie kamen mit dem Rekordergebnis von 16 100 Euro nach Hause. Mit diesem Geld wurde 422 armen Kindern ethnischen Minderheiten der Besuch einer vierjährigen Dorfschule ermöglicht.

»Diese Kinder sind die Ärmsten der Armen«

»Nach zaghaften Anfängen im Jahre 2001 hat sich die Aktion im Laufe der Jahre zu einem beispielhaften Partnerschaftsprojekt zwischen jungen Menschen verschiedener Kulturen entwickelt, bei dem immer mehr Kirchengemeinden mitmachen«, freut sich Dietzel, der die finanzielle Unterstützung im Laufe der Jahre auf »über 70 000 Euro« beziffert. Der Projektleiter weist darauf hin, dass »Netz« bei seinen Schulprojekten eng mit dem katholischen Kindermissionswerk in Aachen zusammen arbeitet, das deutschlandweit die Sternsingeraktion und die Spendenprojekte betreut. Obwohl mittlerweile drei Kirchengemeinden ihre Partnerschule haben, mit der sie im ständigen Kontakt stehen, besuchen Anja Scholz und die Mitarbeiterinnen von »Netz« die Kinder- und Jugendgruppen vor Ort, um ihnen die Grüße ihrer Freunde zu bringen und über das Leben in der Schule und dem familiären Umfeld zu berichten. Danach gehen in Bangladesch, das mit einem pro Kopf-Einkommen von 390 Euro im Jahr zu den weltweit ärmsten Ländern zählt, rund vier Millionen Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren nicht zur Schule. Die Lage ist mehr als kritisch, wobei besonders die ethnischen Minderheiten zu Leiden haben. Sie gehören zu den »Ärmsten der Armen«.

Ihre Muttersprache ist nicht die Landessprache Bengali; aber auch in der Kultur und Religion unterscheiden sie sich von der muslimischen Bevölkerung. Sie sind Hindus, Buddhisten oder Christen und haben keine Schulbildung. Gründe, warum diese zehn Prozent der 150 Millionen Bewohner des südasiatischen Staates ihren Lebensunterhalt als Tagelöhner bestreiten müssen.

Ein Zuhause - das sind sechs Quadratmeter

Zu den Minderheiten gehört auch die neunjährige Shati, die Peter Dietzel besuchte. Ihr Zuhause ist eine rund sechs Quadratmeter große Bambushütte mit einen verrosteten Blechdach, in der sie mit ihren Eltern und einer Schwester lebt. Bevor »Netz« vor drei Jahren eine Grundschule errichtete, konnte keiner der rund 900 Bewohner des Dorfes Pahanpara lesen und schreiben. Die Dorfschule besteht aus einer mit Blech bedeckten Bambushütte für 30 Kinder. Der Fußboden aus gestampftem Lehm, mit einer Matte bedeckt, dient den Kindern als Sitzplatz. Aber Shati ist stolz und glücklich, dass sie diese Schule besuchen darf - denn nur mit einer Schulbildung besteht die Chance aus dem Teufelskreis der Armut zu entfliehen. Infos: <%LINK auto="true" href="http://www.bangladesch.org" text="www.bangladesch.org" class="more"%>



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos